Helene Bubrowski wird erste Mitverlegerin der FAZ – ein historischer Bruch
Serpil KranzHelene Bubrowski wird erste Mitverlegerin der FAZ – ein historischer Bruch
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) hat Helene Bubrowski zur neuen Mitverlegerin ernannt – ein historischer Wandel für die Zeitung. Ab dem 1. Januar 2027 wird sie als erste Frau in den Verlagsrat einziehen. Ihre Berufung unterstreicht die ideologische Neuausrichtung der FAZ in Richtung gemäßigter Linker, eine Entwicklung, die Beobachter als „VerTAZung“ bezeichnen.
Bubrowski bringt umfangreiche Erfahrung mit: Zuvor arbeitete sie als politische Redakteurin und Berlin-Korrespondentin der FAZ mit Schwerpunkt auf Rechtspolitik und den Grünen. In ihren Berichten über die Partei deutete sie deren Aufstieg oft als Prozess der „Professionalisierung“ und „Reifung“ – eine Perspektive, die Sympathie für die grüne Politik erkennen lässt.
Ihre Ernennung ist Teil eines umfassenderen Umbruchs in der FAZ, der nach dem Tod des Mitverlegers Frank Schirrmacher 2014 begann. Der Verlagsrat besteht nun aus vier gleichberechtigten Mitgliedern, die unterschiedliche Ressorts leiten. Gemeinsam mit Carsten Knop bildet Bubrowski eine Mehrheit, die das traditionell konservative Blatt in eine neue Richtung lenkt.
Zu Bubrowskis Referenzen zählt der Theodor-Wolff-Preis, den sie 2023 für ihren FAZ-Essay „Warum den Deutschen ein bisschen mehr Optimismus guttäte“ erhielt. Der Text zeigte ihr Talent, politische Analyse mit einer zuversichtlichen Grundhaltung zu verbinden – ganz im Sinne der sich wandelnden Linie der FAZ.
Mit Bubrowski als erster Frau in der Verlagsführung setzt die FAZ ein deutliches Zeichen des Bruchs mit ihrer konservativen Vergangenheit. Ihr Hintergrund in der progressiven Politik und ihre Rolle im Gremium dürften die Neuausrichtung des Blattes weiter beschleunigen. Die Veränderungen fallen in eine Zeit, in der die FAZ ihre redaktionelle Identität in einem sich wandelnden Medienumfeld neu definiert.






