21 February 2026, 14:18

Grüne zerrissen: Gasfeld N05-A spaltet Partei vor Bundesratsentscheid

Zwei Schiffe auf dem Meer, eine im Vordergrund und die andere im Hintergrund, sind in eine Schlacht verwickelt, mit Rauch, der aus ihnen aufsteigt, vor dem Hintergrund von aufgewühlter See und einem tiefblauen Himmel, mit Text am unteren Bildrand.

Grüne zerrissen: Gasfeld N05-A spaltet Partei vor Bundesratsentscheid

Ein Streit um das Erdgasfeld N05-A, das 20 Kilometer vor der Küste von Borkum liegt, spaltet Politiker, Aktivisten und Energieunternehmen. Die Grünen in Baden-Württemberg unterstützen das sogenannte Unitization-Abkommen nun unter Auflagen bis Mitte 2025 – mit Verweis auf die Energiesicherheit –, während ihre Parteifreunde in Rheinland-Pfalz weiterhin entschieden dagegen sind. Die Entscheidung hängt von einer bevorstehenden Abstimmung im Bundesrat ab, wobei die Landtagswahlen im März das Machtgefüge neu ordnen könnten.

Das Gasfeld N05-A ist zu einem Kristallisationspunkt des Umweltwiderstands geworden. Die kleine Insel Borkum, von deren Küste aus eine Bohrplattform zu sehen ist, hat sich zu einem symbolischen Schauplatz des Kampfes gegen fossile Brennstoffe entwickelt. An der Spitze der Proteste steht die 21-jährige Fridays-for-Future-Aktivistin Nele Evers, die argumentiert, dass die Ausweitung der Gasförderung den Klimazielen widerspricht – besonders dann, wenn Windenergie für den Betrieb genutzt wird. Kritiker werfen dem Projekt vor, sowohl gegen internationales Recht als auch gegen das Grundgesetz zu verstoßen.

Die politische Spaltung innerhalb der Grünen spiegelt regionale Prioritäten wider. In Baden-Württemberg hat sich die Partei von ihrer Ablehnung zu einer vorsichtigen Unterstützung gewandt – getrieben vom hohen Gasbedarf der Industrie, insbesondere der Automobilbranche, und den Koalitionsdynamiken mit der SPD. Die Grünen in Rheinland-Pfalz hingegen bleiben bei ihrer Ablehnung und stellen den Grundwasserschutz im Pfälzerwald in den Vordergrund, ein Anliegen, das seit 2023 an Bedeutung gewonnen hat. Auch die Linke lehnt das Abkommen ab und könnte im Bundesrat mit ihren Stimmen den Ausschlag für eine Blockade geben.

Der Energiekonzern One-Dyas hat bereits einen Liefervertrag mit dem deutschen Versorger EWE für das geförderte Gas unterzeichnet. Doch die Entscheidung des Bundesrats über das Unitization-Abkommen bleibt eine der letzten rechtlichen Hürden, um das Projekt noch zu stoppen. Bei einer Genehmigung könnte die Förderung beginnen – trotz lokalen Widerstands und Umweltwarnungen.

Die Abstimmung im Bundesrat wird entscheiden, ob das Erdgasfeld N05-A vorankommt oder gestoppt wird. Mit den anstehenden Landtagswahlen im März könnte sich die politische Landschaft verschieben und die Chancen auf eine Zustimmung verändern. Derzeit steht der Konflikt zwischen Unternehmensinteressen auf der einen und Inselbewohnern sowie Aktivisten auf der anderen Seite, die entschlossen sind, den Ausbau fossiler Brennstoffe zu verhindern.