Grüne in Rheinland-Pfalz wählen erstmals rein weiblichen Vorstand nach Wahlniederlage
Leopold BeerGrüne in Rheinland-Pfalz wählen erstmals rein weiblichen Vorstand nach Wahlniederlage
Die Grünen in Rheinland-Pfalz haben nach einem Rückschlag bei der Landtagswahl im März ihre Führung umgebildet. Die Partei erreichte nur noch 7,9 Prozent der Stimmen – ein Minus von 1,4 Prozentpunkten – und beendete damit ihre 15-jährige Regierungsbeteiligung im Land. Mit diesem Ergebnis ziehen sie nun als Opposition in den Mainzer Landtag ein.
Erstmals wählte die Partei zudem einen rein weiblichen Landesvorstand, was einen Wandel in ihrer internen Struktur markiert.
Durch das Wahlergebnis wurden die Grünen aus der Regierung gedrängt und verlieren an Einfluss in der Landespolitik. Trotz der Niederlage wurde Katrin Eder zur Vorsitzenden der Grünen-Landtagsfraktion gewählt. Sie hat bereits eine kämpferische Rolle angekündigt und versprochen, die Regierung „aus der Opposition heraus voranzutreiben“.
Eder stand zuvor in der Kritik, weil sie sich mit der Initiative „Schwarmkraftwerk“ brüstete – ein Projekt, das ursprünglich von einem FDP-Politiker ins Leben gerufen worden war. Nun wird sich ihre Führung darauf konzentrieren, die regierende Koalition zur Rechenschaft zu ziehen.
Auf dem Landesparteitag wählten die Delegierten ein neues Führungsteam. Carolin Cloos, eine Grüne aus Worms, gewann eine der beiden Co-Vorsitzenden-Positionen mit 72,28 Prozent der Stimmen. Die andere Co-Vorsitzende, Christin Sauer, sicherte sich eine absolute Mehrheit. Die 33-Jährige ist seit 2019 Stadträtin in Mainz und leitete bis Anfang 2025 den örtlichen Grünen-Kreisverband.
Unterdessen traten die bisherigen Landesvorsitzenden Paul Bunjes und Natalie Cramme-Hill von ihren Ämtern zurück. Beide werden künftig als Abgeordnete im Mainzer Landtag arbeiten und sich auf die parlamentarische Arbeit konzentrieren.
Die Grünen beginnen die neue Legislaturperiode mit einem geringeren Wähleranteil, aber einem frisch aufgestellten Führungsteam. Ihr Wechsel in die Opposition beendet eine lange Regierungszeit, während der rein weibliche Vorstand eine neue Ausrichtung signalisiert. Wie sich die Partei in den kommenden Jahren entwickelt, wird davon abhängen, wie wirksam sie die regierende Koalition herausfordert.






