Geheimnisvolle DDR-Insel Ostervilm für 60.000 Euro versteigert – doch was darf der Käufer damit anfangen?
Serpil KranzGeheimnisvolle DDR-Insel Ostervilm für 60.000 Euro versteigert – doch was darf der Käufer damit anfangen?
Verfallene künstliche Insel vor Vilm für 60.000 Euro versteigert
Vor der Küste Vilms wurde eine verfallene künstliche Insel für 60.000 Euro unter den Hammer gebracht. Die als Ostervilm bekannte Anlage war einst ein geheimes Militärgelände in der DDR. Doch der neue Eigentümer sieht sich strengen Auflagen gegenüber, was mit dem Objekt geschehen darf.
Ostervilm liegt in der Greifswalder Bodden-Lagune, nur einen kurzen Abstand vom Naturreservat Vilm entfernt – einem Ort, an dem einst der Ministerrat der DDR seinen Urlaub verbrachte. Die Insel ruht auf 600 hölzernen Pfählen und besteht aus einem Betonrahmen, der mit Eisenplatten und Holzverkleidungen ummantelt ist. Jahrzehntelang diente sie als Entmagnetisierungsstation für Kriegsschiffe und war unter der Kontrolle der DDR eine streng abgeschirmte Einrichtung.
Seit dem Fall der Berliner Mauer verfällt die Insel zusehends. Die deutsche Marine betreibt zwar noch ähnliche Anlagen in Kiel und Wilhelmshaven, doch Ostervilm selbst wurde aufgegeben. Am 4. Juni kam sie unter den Hammer – bei einem Startgebot von 39.000 Euro wechselte sie schließlich für 60.000 Euro den Besitzer.
Trotz des Kaufs darf der neue Eigentümer dort weder wohnen noch Neubauten errichten. Das Gelände ist als „Außenbereich“ eingestuft, was bedeutet, dass für jede Bebauung ein Flächennutzungsplan erforderlich wäre – eine Genehmigung, die in dieser abgelegenen und exponierten Lage kaum zu erwarten ist. Ohne gesicherten Zugang oder Infrastruktur bleibt die Insel für eine Nutzung gesperrt.
Der Käufer besitzt nun ein Bauwerk mit kaum praktischem Nutzen. Ohne Genehmigungen oder rechtlichen Zugang bleibt Ostervilm ein Relikt des Kalten Krieges. Ihre Zukunft ist ungewiss, gebunden an strenge Vorschriften und die rauen Bedingungen der Ostsee.






