GEG-Reform bringt Durchbruch für Wärmepumpen – doch Förderdetails bleiben unklar
Serpil KranzFörderung bis 2029 - Wärmpumpenhersteller freut sich über neues Gesetz - GEG-Reform bringt Durchbruch für Wärmepumpen – doch Förderdetails bleiben unklar
Die deutsche Bundesregierung hat Pläne zur Reform des umstrittenen Gebäudeenergiegesetzes (GEG) vorgestellt – ein Schritt, der von Wärmepumpenherstellern begrüßt wird. Die geplanten Änderungen zielen darauf ab, die Vorschriften zu vereinfachen und Fördergelder zu verlängern, nachdem monatelange Unsicherheit zuvor die Verkaufszahlen gebremst hatte. Branchenvertreter hoffen nun, dass die Reformen die jüngste Nachfragesteigerung nach Wärmepumpen weiter stützen werden.
Die ursprüngliche Novelle des GEG im Jahr 2024 hatte für Verwirrung gesorgt und zu einem deutlichen Rückgang der Wärmepumpen-Verkäufe geführt – auf nur noch 193.000 Geräte in jenem Jahr. Doch 2025 erholte sich die Nachfrage kräftig: Mit 299.000 verkauften Einheiten stieg die Zahl um 55 bis 59 Prozent. Treibende Kräfte dieses Wachstums waren gestiegene Verbrauchervertrauen, großzügige staatliche Zuschüsse von bis zu 70 Prozent sowie eine Zunahme von Nachrüstungen in Bestandsgebäuden. Fast die Hälfte aller 2025 verkauften Heizsysteme waren Wärmepumpen – sie entwickelten sich damit zur beliebtesten Wahl für Hauseigentümer.
Die neue Reform, ein zentrales Wahlkampfversprechen der unionsgeführten Regierung, sieht vor, das Gesetz in Gebäudemodernisierungsgesetz umzubenennen. Geplant ist, die 65-Prozent-Vorgabe für erneuerbare Energien bei neuen Heizsystemen schrittweise bis 2026–2028 abzuschaffen. Stattdessen könnten Haushalte weiterhin Öl- oder Gasheizungen nutzen, sofern sie bis 2029 auf Biobrennstoffe umsteigen – allerdings ohne Förderung. Bestandsanlagen mit Öl oder Gas waren ohnehin nie von den ursprünglichen Regelungen betroffen.
Der große Wärmepumpen-Hersteller Stiebel Eltron unterstützt die Pläne, warnt jedoch vor Unterbrechungen im aktuellen Förderantragsverfahren. Geschäftsführer Kai Schiefebein appellierte an die Politik, die Abläufe einfach zu halten, um den Markt nicht zu bremsen. Zudem forderte er Subventionen, die europäische Hersteller begünstigen, und verwies auf den harten Wettbewerb durch chinesische Konkurrenten. Unterdessen beeilen sich Verbraucher, noch unter den bisherigen FörderbedingungenWärmepumpen zu erwerben – aus Sorge vor künftigen Kürzungen.
Trotz der Reformen bleibt die genaue Ausgestaltung der Fördermittel jedoch unklar. Die Regierung hat zwar zugesichert, die hohe Unterstützung mindestens bis 2029 aufrechtzuerhalten, doch die Details werden noch verhandelt. Allein im Dezember 2025 gingen 41.000 Anträge auf Wärmepumpen-Förderung ein – ein Beleg für die anhaltend starke Nachfrage.
Die Reform bringt lang ersehnte Klarheit in die deutschen Heizungsvorschriften und beendet jahrelange Debatten. Die Fördergelder bleiben vorerst bestehen und sorgen dafür, dass Wärmepumpen für Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen bezahlbar bleiben. Dennoch hängt die endgültige Wirkung davon ab, wie die neuen Förderregeln in den kommenden Monaten umgesetzt werden.