19 February 2026, 18:30

Forschungsprojekt TOWEWA revolutioniert flüssigen Wasserstoff von Produktion bis Transport

Eine Tortengrafik, die den globalen erneuerbaren Energieverbrauch im Jahr 2008 zeigt, unterteilt in Abschnitte für fossile Brennstoffe, Kernenergie, Wasserkraft, Warmwasser, Heizung, Biomasse, Solarenergie, Geothermie und Biokraftstoffe, mit begleitendem Text, der weitere Dateninformationen bereitstellt.

Forschungsprojekt TOWEWA revolutioniert flüssigen Wasserstoff von Produktion bis Transport

Neues Forschungsprojekt TOWEWA: Effizienzsteigerung bei flüssigem Wasserstoff von der Produktion bis zum Transport

Ein neues Forschungsvorhaben mit dem Namen TOWEWA ist gestartet, um die Technologie für flüssigen Wasserstoff (LH₂) in den Bereichen Herstellung, Lagerung und Transport zu verbessern. Gefördert aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), vereint die Initiative Universitäten, Industriepartner und regionale Expert:innen. Ziel ist es, Wasserstoffsysteme effizienter zu gestalten und Energieverluste entlang der Lieferkette zu verringern.

Im Mittelpunkt von TOWEWA steht die Optimierung sämtlicher Schritte des flüssigen Wasserstoffkreislaufs – von der Verflüssigung bis zur Rückvergasung. Forscher:innen der Technischen Universität Braunschweig und der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften arbeiten dabei mit zwölf Industriepartnern zusammen, darunter thyssenkrupp Steel Europe, RWE Gasspeicher West und Air Liquide. Jedes Unternehmen bringt Fachwissen in Bereichen wie grüner Wasserstofferzeugung, Speicherung und Logistik ein.

Ein zentraler Forschungsschwerpunkt liegt auf der Rückgewinnung ungenutzter Energie während der Wasserstoff-Rückvergasung. Zudem entwickelt das Projekt neue Simulationswerkzeuge, um gesamte LH₂-Wertschöpfungsketten zu analysieren und zu optimieren. Die Ostfalia untersucht speziell Wasserstoff-Tankstellen, während die TLK-Thermo GmbH bei der thermodynamischen Optimierung unterstützt.

Über irdische Anwendungen hinaus erforscht TOWEWA das Potenzial von flüssigem Wasserstoff in Kleinflugzeugen. Dazu gehören der Entwurf von Antriebssystemen sowie Tests zur bedarfsgerechten LH₂-Produktion an kleineren Flughäfen. Das Team strebt die Erstellung einer Modellbibliothek an, um diese Systeme abzubilden und ihre wirtschaftliche Machbarkeit zu bewerten.

Flüssiger Wasserstoff bietet Vorteile wie hohe Reinheit und Energiedichte, ist in der praktischen Anwendung jedoch noch wenig ausgereift. Das Projekt will diese Lücke schließen, indem es die technologische Reife und Effizienz in der gesamten Branche vorantreibt.

Niedersachsens Wissenschafts- und Kulturminister Falko Mohrs betont die Bedeutung von flüssigem Wasserstoff für die Energiewende und den industriellen Wandel. Die Projektergebnisse könnten zu effizienterer Speicherung, zum Transport und zur Nutzung von Wasserstoff führen. Durch die Zusammenarbeit mit der Industrie und fortschrittliche Modellierung will TOWEWA neue Maßstäbe für eine nachhaltige Wasserstoffinfrastruktur setzen.