EMAF in Osnabrück: Streit um palästinensische Künstlerin Tala Al-Sharif entfacht
Serpil KranzEMAF in Osnabrück: Streit um palästinensische Künstlerin Tala Al-Sharif entfacht
Das Europäische Medienkunstfestival (EMAF) in Osnabrück hat mit der Aufführung von Morning Circle, einem Kurzfilm der palästinensischen Künstlerin Tala Al-Sharif, für Kontroversen gesorgt. Während die Festivalleitung ihre Entscheidung verteidigt, haben sich Vertreter der Stadt öffentlich von der Auswahl distanziert.
Im Mittelpunkt der Debatte stehen nicht Al-Sharifs künstlerische Arbeiten selbst, sondern ihre früheren politischen Äußerungen. Trotz der Kritik bleibt die jährliche Förderung des Festivals durch die Stadt in Höhe von rund 150.000 Euro unverändert.
Das EMAF unterstützt Al-Sharifs Werk bereits seit Längerem und zeigte ihre Filme auch in früheren Ausgaben. Das diesjährige Festival steht unter dem Motto Eine unvollendete Versammlung und setzt sich mit künstlerischer Freiheit und Verantwortung auseinander – Themen, die durch ihre Teilnahme nun besonders in den Fokus rücken.
Kritiker werfen Al-Sharif Antisemitismus und Verbindungen zur BDS-Bewegung vor, doch gibt es keine Belege dafür, dass diese Haltungen mit ihrer Teilhabe an europäischen Kunstveranstaltungen zusammenhängen. Das Festival hat eine Tradition der Zusammenarbeit mit palästinensischen Künstlern, zeigt aber auch jüdische und israelische Perspektiven.
Osnabrücks Kulturdezernent Wolfgang Beckermann gab zu, dass er es bevorzugt hätte, wenn das Festival auf Al-Sharifs Film verzichtet hätte. Sowohl die Stadt als auch Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) haben sich öffentlich von der Programmentscheidung distanziert. Dennoch bestätigte die Stadt, dass die Förderung des EMAF von der Kontroverse unberührt bleibt.
Die Festivalleitung hält an der Aufführung von Al-Sharifs Werk fest und steht weiterhin hinter ihrer Auswahl. Zwar haben politische Vertreter Widerspruch erhoben, doch die finanzielle Unterstützung durch Osnabrück bleibt bestehen. Die Diskussion verdeutlicht die anhaltenden Spannungen zwischen künstlerischem Ausdruck und politischer Prüfung bei öffentlich finanzierten Kulturveranstaltungen.






