24 February 2026, 21:28

Eintracht Braunschweig weitet waffenfreie Zonen gegen Gewalt aus – was bringt das?

Ein Plakat mit der Aufschrift "Präsident Bidens Strategie zur Prävention von Waffengewalt" vor einer Stadtkulisse mit Gebäuden und Bäumen.

Eintracht Braunschweig weitet waffenfreie Zonen gegen Gewalt aus – was bringt das?

Drei Städte in Niedersachsen, darunter Eintracht Braunschweig, haben ihre waffenfreien Zonen ausgeweitet, um öffentliche Gewalt und Kriminalität einzudämmen. Wolfsburg, Eintracht Braunschweig und Goslar setzen nun in zentralen Bereichen strengere Regeln für das Mitführen gefährlicher Gegenstände durch. Die Maßnahmen sollen die Sicherheit erhöhen, wobei es für bestimmte Berufsgruppen wie Handwerker oder Lieferdienste Ausnahmen gibt.

Die neuen Beschränkungen traten in den Städten zu unterschiedlichen Zeitpunkten in Kraft. Goslar führte seine Zone um den Hauptbahnhofsbereich und angrenzende Straßen im Juni 2024 ein. Wolfsburgs "Nordkopf"-Gebiet, das den Zentralbahnhof und den Busbahnhof umfasst, unterliegt seit dem 1. Januar 2025 den Regelungen. In Eintracht Braunschweig gelten die Vorschriften in weiten Teilen der Innenstadt täglich von 20 bis 6 Uhr.

Innerhalb dieser Zonen ist das Tragen von Schusswaffen, Messern mit langer Klinge, Schlagstöcken, Pfeffersprays und anderen gefährlichen Gegenständen verboten. Privatpersonen dürfen verbotene Artikel nur dann transportieren, wenn sie sicher verpackt sind und kein schneller Zugriff möglich ist. In Goslar muss zudem ein Kaufnachweis für die mitgeführten Waren vorgelegt werden.

Die Polizei ist berechtigt, ohne konkreten Verdacht stichprobenartige Kontrollen durchzuführen und Taschen, Kleidung oder Rucksäcke nach verbotenen Gegenständen zu durchsuchen. Verstöße werden als Ordnungswidrigkeiten geahndet, wobei die Bußgelder je nach Stadt zwischen 5.000 und 10.000 Euro betragen. Ausgenommen von den Regelungen sind Rettungskräfte, Handwerker, Lieferdienste und Gewerbetreibende, die auf Arbeitsgeräte angewiesen sind.

Erste Daten des Landeskriminalamts Niedersachsen zeigen gemischte Ergebnisse. In Eintracht Braunschweigs Östlicher Innenstadt und Wolfsburgs Porscheviertel gingen die Gewaltverbrechen zwischen 2023 und 2025 um 15 bis 20 Prozent zurück. Gleichzeitig stieg in Goslars Altstadt die Zahl der kleinen Diebstähle leicht um 5 bis 10 Prozent an. Insgesamt haben sich die Kriminalitätsraten in den betroffenen Gebieten entweder stabilisiert oder sind leicht zurückgegangen.

Die waffenfreien Zonen ermöglichen der Polizei strengere Kontrollen in Risikobereichen. Zwar ist die Gewaltkriminalität in einigen Gebieten gesunken, doch leichte Delikte wie Diebstahl nahmen teilweise zu. Die Behörden beobachten weiterhin, wie sich die Maßnahmen auf die öffentliche Sicherheit und die Kriminalitätsprävention auswirken.