25 April 2026, 08:11

Dresdens verbotene Kunst: Wie eine Generation die DDR-Dogmen sprengte

Plakat für die Große Kunstausstellung an der Grand Exposition des Beaux-Arts in Dresden, Deutschland, 1904, mit auffälligem Text, der das Ereignis ankündigt.

Dresdens verbotene Kunst: Wie eine Generation die DDR-Dogmen sprengte

Dresden – einst das künstlerische Zentrum der DDR

Dresden war einst das Herzstück der ostdeutschen Kunstszene, Sitz einer renommierten Akademie, die einige der aufmüpfigsten Talente der DDR ausbildete. Eine Gruppe von Künstlern – darunter Eberhard Göschel, Hans Scheib und Cornelia Schleime – ging in den späten 1970er-Jahren aus der Hochschule für Bildende Künste Dresden hervor, nur um mit den starren Kulturvorgaben des Staates in Konflikt zu geraten. Zwar verließen die meisten von ihnen später die DDR in Richtung Bundesrepublik, doch ihr Schaffen hinterließ Spuren in den alternativen Kunstbewegungen der Zeit.

Jahrzehntelang galt die Dresdner Kunsthochschule als Bastion des Sozialistischen Realismus. Alle fünf Jahre seit 1953 füllten die zentralen Kunstausstellungen der DDR das Albertinum an der Brühlschen Terrasse mit staatlich genehmigten Werken. Doch Ende der 1970er-Jahre begann eine neue Generation von Studierenden, sich von dieser Tradition zu lösen.

Künstler wie Eberhard Göschel, Helge Leiberg und Ralf Kerbach ließen sich vom expressionistischen "Brücke"-Stil inspirieren – eine Richtung, die die DDR längst verworfen hatte. Ihr Widerstand hatte Konsequenzen: Viele wurden mit Ausstellungsverboten belegt, verloren Aufträge oder gerieten unter Stasi-Überwachung, eingestuft als "subversive Elemente". Trotzdem schufen sie Räume für inoffizielle Kunst.

Hans Scheib wagte 1977 einen mutigen Schritt und eröffnete in Berlin-Prenzlauer Berg, Raumerstraße 23, eine private Galerie. Drei Jahre später folgte eine weitere in der Sredzkistraße 64. Unterdessen gründete Göschel in Dresden gemeinsam mit anderen die "Obergrabenpresse", einen underground Verlag. Seine Zusammenarbeit mit Leiberg im Leonhardi-Museum mündete in thematische Gruppenausstellungen – so provokant, dass die Behörden das Haus 1982 schließen ließen.

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Einer nach dem anderen verließen fast alle diese Künstler die DDR in Richtung Bundesrepublik. Göschel blieb – als einzige Ausnahme in einem Kreis, der das System zu weit herausgefordert hatte.

Ihr Vermächtnis steht bis heute für künstlerischen Widerstand unter Repression. Obwohl ihre Werke oft unterdrückt wurden, halfen sie, die Grenzen der Kunst in der DDR neu zu definieren. Während die offiziellen Ausstellungen des Staates Museen wie das Albertinum füllten, entstanden in versteckten Ateliers und flüchtigen Schauen einige der kühnsten Ideen der Epoche.

Quelle