24 May 2026, 08:11

"Die Reise nach Reims" begeistert mit vokaler Akrobatik und Bühnenspektakel

"Il viaggio a Reims" in Salzburg: Eine total übertriebene, turbulente Revue

"Die Reise nach Reims" begeistert mit vokaler Akrobatik und Bühnenspektakel

Eine atemberaubende Neuinszenierung von Die Reise nach Reims brachte das Publikum zum Toben

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Die Opera buffa von 1825, ursprünglich für die Krönung von König Karl X. komponiert, begeisterte mit einer Mischung aus vokaler Brillanz und theatralischem Feuerwerk. Die Aufführung endete nach einem Abend voller Akrobatik, Pyrotechnik und ungebremster musikalischer Energie in einer donnernden Standing Ovation.

Die Oper erzählt von einem lebhaften Treffen europäischer Aristokraten im Hotel „Goldene Lilie“ in der französischen Provinz. Während die Gäste auf eine Kutsche nach Reims warten, bricht das Chaos aus – Pistolen werden abgefeuert, eine Harfe geht in Flammen auf, und die Sänger meistern einige der anspruchsvollsten Passagen des Repertoires. Die Produktion erfordert 14 Gesangs-solisten, die jeweils außergewöhnliche Ausdauer und Beweglichkeit unter Beweis stellen.

Cecilia Bartoli gab als Corinna den Ton an und entfesselte ein atemberaubendes Feuerwerk an Koloraturgesang. Marina Viotti verlieh der Gräfin Melibea Wärme und Eleganz, während Mélissa Petit als Gräfin di Folleville funkelte. Edgardo Rochas lyrischer Tenor schwebte als Belfiore dahing, und Dmitry Korchak erreichte als Graf Libenskof schwindelerregende stimmliche Höhen.

Doch die Darsteller sangen nicht nur – sie vollbrachten akrobatische Kunststücke mit verblüffender Präzision, selbst während anspruchsvoller Arien. Tara Erraught setzte mit ihrem Jodeln als Madame Cortese einen verspielt-heiteren Akzent und rundete damit eine Vorstellung ab, die sowohl körperlich mitreißend als auch musikalisch glanzvoll war.

Der Abend endete mit einem begeistert aufspringenden Publikum, das eine Produktion feierte, die gesangliche Meisterleistung mit spektakulärer Bühnenshow verband. Von lodernden Requisiten bis zu schwerkrafttrotzenden Stunts bewies diese Neuinszenierung, warum Die Reise nach Reims nach wie vor zu den mitreißendsten Herausforderungen der Opernkunst zählt. Die Energie und Präzision des Ensembles ließen keinen Zweifel am bleibenden Zauber dieses Werks.

Quelle