Christian von Stetten: Der unangepasste CDU-Rebell mit historischer Verankerung
Serpil KranzChristian von Stetten: Der unangepasste CDU-Rebell mit historischer Verankerung
Christian Freiherr von Stetten ist seit langem eine prägende Figur in der deutschen Politik. Seit 2002 sitzt der CDU-Politiker als direkt gewählter Abgeordneter für den Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe im Bundestag und führt dort die Parlamentariergruppe Mittelstand, die mit 140 Mitgliedern größte Vereinigung innerhalb der CDU/CSU-Fraktion.
Von Stetten entstammt einer politischen Familie: Sein Vater, Wolfgang von Stetten, war ebenfalls CDU-Bundestagsabgeordneter. Er selbst ist als Schlossherr von Burg Stetten mit den Wurzeln seiner Familie in der Stauferzeit verbunden – ein historisches Wahrzeichen in der Region Hohenlohe.
Seine Laufbahn umfasst sowohl Wirtschaft als auch Politik. Der gelernte Kaufmann und Betriebswirt war vor seinem Einzug ins Parlament als Unternehmer tätig. In seiner politischen Karriere hat er mehrere Regierungswechsel miterlebt – von den Kanzlerjahren Angela Merkels bis hin zur heutigen Ampelkoalition.
Bekannt für seine marktwirtschaftlich geprägten, mitunter kontroversen Positionen, nimmt von Stetten häufig Gegenhaltungen ein. Während der Eurokrise lehnte er wiederholt die europäischen Rettungspakete für Griechenland ab. Nach der Bundestagswahl 2021 forderte er öffentlich den Rücktritt der gesamten CDU-Führung.
Bei der Wahl 2025 holte er in seinem Wahlkreis 36 Prozent der Stimmen – vor der AfD mit 24 Prozent und der SPD mit 14,9 Prozent. Kürzlich sagte er der Regierung unter Friedrich Merz eine vorzeitige Abwahl voraus und erklärte, sie werde keine volle Legislaturperiode durchhalten.
Von Stetten bleibt eine einflussreiche und lautstarke Stimme in der Union. Seine wirtschaftspolitische Ausrichtung, die historische Verwurzelung in seiner Region und seine Bereitschaft, Parteilinien infrage zu stellen, prägen seine politische Rolle. Durch seinen jüngsten Wahlerfolg und seine unmissverständlichen Aussagen bleibt er eine präsente Figur in der öffentlichen Debatte.






