Bundesregierung verlängert Microsoft-Vertrag trotz Preiserhöhungen und Kritik
Heinz-Peter SödingBundesregierung verlängert Microsoft-Vertrag trotz Preiserhöhungen und Kritik
Die deutsche Bundesregierung hat ihren Vertrag mit Microsoft um ein weiteres Jahr verlängert und damit die Vereinbarung bis Juni 2027 festgeschrieben. Dieser Schritt erfolgt trotz steigender Kosten und Kritik aus den Reihen der Opposition. Ab Juli 2026 steigen die Preise für Microsoft 365 im öffentlichen Sektor um bis zu 13 Prozent.
Der Rahmenvertrag, der ursprünglich im Juni 2026 auslaufen sollte, wurde unverändert verlängert. Behörden dürfen zwar weiterhin Microsoft-Produkte nutzen, sind dazu aber nicht verpflichtet. Falls sie nicht rechtzeitig auf Alternativen umsteigen, müssen sie mit höheren Rechnungen rechnen.
Allein im Jahr 2022 gaben Bundesbehörden und Fördermittelempfänger fast 500 Millionen Euro für Microsoft-Dienste aus. Die verlängerte Vereinbarung begrenzt die Gesamtausgaben nicht, da sie Landes- und Kommunalverwaltungen sowie andere große Unternehmen nicht einschließt.
Kritiker werfen der Regierung vor, mit der Verlängerung die Abhängigkeit von US-Technologiekonzernen weiter zu vertiefen. Rebecca Lenhard, die digitalpolitische Sprecherin der Grünen, bezeichnete dies als verpasste Chance, um Abhängigkeiten abzubauen. Unterdessen hat Frankreich Fortschritte beim Umstieg staatlicher Behörden auf alternative Software gemacht.
Die Vertragsverlängerung folgt auf die jüngsten Preiserhöhungen von Microsoft. Dennoch bleiben die Konditionen unverändert – die Mehrausgaben müssen die Behörden selbst tragen.
Die Entscheidung zementiert Microsofts Rolle in der deutschen öffentlichen Verwaltung für ein weiteres Jahr. Die Behörden haben nun bis Mitte 2027 Zeit, günstigere oder nicht-US-amerikanische Alternativen zu finden. Ohne Gegenmaßnahmen werden sie ab Mitte 2026 deutlich mehr für dieselben Leistungen zahlen müssen.






