06 May 2026, 05:20

Bundesbauministerium plant Milliarde Euro Kürzung – Kritik an sozialer Ungerechtigkeit wächst

Gruppe von Menschen marschiert mit einem 'Solidarität und Feminismus'-Schild die Straße entlang, mit parkenden Fahrzeugen, Gebäuden, einer Schüsselantenne und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Bundesbauministerium plant Milliarde Euro Kürzung – Kritik an sozialer Ungerechtigkeit wächst

Das Bundesbauministerium plant im Rahmen umfassender Haushaltsanpassungen die Ausgaben um eine Milliarde Euro zu kürzen. Der Schritt hat Kritik von Politikern verschiedener Parteien ausgelöst, die vor steigender Obdachlosigkeit und einer unzumutbaren Belastung einkommensschwacher Haushalte warnen. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) drängt darauf, Lücken im Bundeshaushalt zu schließen, doch die vorgeschlagenen Reformen stoßen bereits auf starken Widerstand.

Das von Verena Hubertz (SPD) geführte Ministerium will die Sparziele durch eine Umgestaltung der Wohngeldzahlungen erreichen. Ein kurzfristiger Vorschlag sieht vor, die Schriftformpflicht im Bundesrecht abzuschaffen – eine Änderung, die allein Nordrhein-Westfalen 2,2 Millionen Euro sparen würde. Sahra Mirow, wohnungspolitische Sprecherin der Linken, verurteilte die Kürzungen jedoch scharf. Sie argumentiert, dass diese die finanziell Schwächsten überproportional treffen und die Obdachlosigkeit verschärfen würden.

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Ina Scharrenbach, Bauministerin von Nordrhein-Westfalen (CDU), fordert unterdessen grundlegende Reformen bei der Verwaltung des Wohngelds. Mirow entgegnete, eine echte Neugestaltung müsse das Verfahren vereinfachen, die Genauigkeit verbessern und eine bessere Zusammenarbeit mit den Ländern beinhalten. Gleichzeitig plädierte die Grünen-Politikerin Mayra Vriesema für strengere Mietpreisbremse, um den Bedarf an Wohngeld insgesamt zu verringern.

Die Debatte offenbart tiefe Gräben bei der Frage, wie Haushaltszwänge mit sozialem Schutz in Einklang zu bringen sind. Während das Ministerium auf Sparmaßnahmen pocht, warnen Kritiker, dass die Reformen die Wohnungsnot für benachteiligte Gruppen weiter verschärfen könnten.

Die geplanten Kürzungen beim Wohngeld stehen nun im Mittelpunkt eines politischen Streits. Sollten sie umgesetzt werden, könnten sie die Bundesausgaben zwar um eine Milliarde Euro senken, gleichzeitig aber mehr Menschen in die Obdachlosigkeit treiben. Die weitere Entwicklung hängt davon ab, ob die Regierung umfassendere Reformen beschließt oder an ihrem aktuellen Sparkurs festhält.

Quelle