23 February 2026, 06:21

Braunschweig feiert 75 Jahre Zentralrat der Juden mit einzigartiger Ausstellung

Ein gerahmtes Plakat zum 70. Jubiläum des Kaiser-Huldigungsfestes in Berlin, Deutschland, mit einer Gruppe von Menschen in der Mitte, umgeben von Text und Zahlen.

Jüdisches Leben in all seiner Vielfalt - 75 Jahre Zentralrat - Braunschweig feiert 75 Jahre Zentralrat der Juden mit einzigartiger Ausstellung

Eine neue Ausstellung in Braunschweig ehrt den 75. Geburtstag des Zentralrats der Juden in Deutschland. Statt sich ausschließlich auf den Holocaust oder modernen Antisemitismus zu konzentrieren, rückt sie die reiche Vielfalt und lebendige Kontinuität jüdischen Lebens in den Mittelpunkt. Die Schau ehrt zudem die langjährige Rolle des Zentralrats als politische und gesellschaftliche Stimme der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland wurde am 19. Juli 1950 in Frankfurt am Main gegründet. Über die Jahrzehnte hinweg setzte er sich für Gleichberechtigung, Menschenwürde und strengere gesetzliche Maßnahmen gegen Antisemitismus ein. Zu seinen Aktivitäten zählen öffentliche Kampagnen – etwa während der Flüchtlingskrise 2015 –, das Verbot der BDS-Bewegung sowie Kooperationen mit der Regierung, um die Sicherheit jüdischer Einrichtungen und die Erinnerung an den Holocaust zu stärken.

Die Braunschweiger Ausstellung ist in diesem Jahr die einzige ihrer Art in Deutschland. Gezeigt werden persönliche Schicksale, darunter das von Bea Wyler, der ersten amtierenden Rabbinerin des Landes, die eng mit der Region verbunden ist. Zu den Exponaten gehört auch eine Besamim-Dose, die bei Schabbat-Zeremonien verwendet wird und vom aktuellen Präsidenten Josef Schuster zur Verfügung gestellt wurde.

Besucher sehen eine Replik eines Stolpersteins für Philipp Auerbach, einen Überlebenden von Auschwitz und frühen Zentralratsmitglied, das später inhaftiert wurde und sich das Leben nahm. Die Ausstellung thematisiert zudem schmerzhafte Ereignisse wie das Attentat auf israelische Athlet:innen bei den Olympischen Spielen 1972 in München sowie aktuelle antisemitische Vorfälle im Rahmen der documenta fifteen in Kassel.

Mit Fotografien, historischen Objekten und individuellen Erzählungen verdeutlicht die Schau den prägenden Einfluss des Zentralrats auf die deutsche Gesellschaft. Gleichzeitig feiert sie die Leistungen seiner früheren Vorsitzenden und präsentiert jüdisches Leben als dynamisch und tief in der Geschichte des Landes verwurzelt.

Die Ausstellung bietet einen umfassenden Einblick in jüdische Erfahrungen in Deutschland – von historischen Kämpfen bis zu heutigen Erfolgen. Durch die Verbindung persönlicher Schicksale, politischer Meilensteine und kultureller Zeugnisse unterstreicht sie die nachhaltige Bedeutung des Zentralrats. Als einzige offizielle Würdigung seines 75-jährigen Bestehens bleibt die Schau in Braunschweig zu sehen.