04 March 2026, 16:25

Branchenforum diskutiert Modernisierungsdruck auf die Bahnnetze der Deutschen Bahn

Ein detaillierter Weltkartenplakatplan, der geplante Öl- und Gas-Pipelines, wichtige Städte und Gewässer zeigt, mit begleitendem Text, der die Zwecke und Vorschläge der Pipelines beschreibt.

Branchenforum diskutiert Modernisierungsdruck auf die Bahnnetze der Deutschen Bahn

Über 120 Branchenexperten trafen sich diese Woche beim Industry Forum für unterirdischen Leitungsbau

Auf der Veranstaltung kamen rund 450 Aussteller zusammen, um die neuesten Geräte und Lösungen für die Pipeline-Infrastruktur zu präsentieren. Im Rahmen einer Pressekonferenz mit führenden Akteuren wurden drängende Herausforderungen sowie der Wandel hin zu nachhaltigen Systemen thematisiert.

Im Mittelpunkt des Forums stand der dringende Modernisierungsbedarf der deutschen Bahnnetze. Heiko Fastje betonte, dass das Land seine Infrastruktur zukunftssicher gestalten und gleichzeitig erneuerbare Gase effizient integrieren müsse. Mike Böge ergänzte, dass aktuelle Pipeline-Projekte den Spagat zwischen heutigen Anforderungen und langfristigen Bedürfnissen meistern müssten.

Ein weiteres zentrales Thema war die Sicherheit. Dr. Wolf Merkel warnte vor zunehmenden physischen und cyberbasierten Bedrohungen für kritische Infrastrukturen. Er forderte eine engere Zusammenarbeit aller Beteiligten, um essenzielle Systeme vor Angriffen zu schützen.

Professorin Katharina Teuber nannte drei prägende Faktoren für den Leitungsbau: rasante technologische Fortschritte, sich ändernde gesetzliche Rahmenbedingungen und unberechenbare Wetterphänomene. Dr. Bernd Wagner hingegen diskutierte die Rolle der Fernwärme für die Nachhaltigkeit und verwies auf ehrgeizige Ausbaupläne bis 2045.

Die Veranstaltung spiegelte auch übergeordnete Branchentrends wider. So sank die Besucherzahl bei Fachmessen wie der STUVA Expo in Nürnberg in den vergangenen fünf Jahren leicht – von etwa 250 Ausstellern im Jahr 2021 auf 220 im Jahr 2025. Wirtschaftliche Belastungen und Nachwirkungen der Pandemie trugen zu diesem Rückgang bei. Demgegenüber verzeichneten internationale Formate wie die ITA-AITES-Tunnelkonferenz einen Teilnehmerzuwachs von 10 bis 15 Prozent.

Einig waren sich die Beteiligten darin, dass Zusammenarbeit unverzichtbar ist. Sie betonten die Notwendigkeit gemeinsamer Anstrengungen, um widerstandsfähige und anpassungsfähige Leitungs- und Kanalsysteme für die Zukunft zu entwickeln.

Das Forum unterstrich, wie entscheidend Innovation, Sicherheit und Kooperation für die Modernisierung der deutschen unterirdischen Infrastruktur sind. Angesichts der Prioritäten Klimaanpassung und Integration erneuerbarer Energien steht die Branche in den kommenden Jahren vor großen Herausforderungen – aber auch vor bedeutenden Chancen.