14 March 2026, 06:31

BP produziert erstmals Bio-Kerosin aus Altfetten in Niedersachsen

Eine Luftaufnahme eines großeen Ölrefineries mit einem brennenden Feuer in der Mitte, umgeben von zylindrischen Tanks, Polen und anderen Gegenständen, mit Bäumen und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

BP produziert erstmals Bio-Kerosin aus Altfetten in Niedersachsen

BP startet Produktion von Flugkraftstoff aus recycelten Fetten und Ölen

BP hat in seiner Raffinerie im niedersächsischen Lingen mit der Herstellung von Flugkraftstoff begonnen, der mit recycelten Fetten und Ölen aus der Lebensmittelindustrie verschnitten wird. Damit geht in Deutschland die erste Großanlage für solches Bio-Kerosin in Betrieb. Das Unternehmen strebt an, einen bedeutenden Anteil am wachsenden globalen Markt für nachhaltige Flugkraftstoffe (Sustainable Aviation Fuels, SAF) zu sichern.

Das neue Bio-Kerosin entsteht durch die Beimischung von Altfetten und -ölen – etwa aus Frittiergeräten oder Speiseresten – zu herkömmlichem Kerosin. Der Anteil an biogenen Bestandteilen beträgt bis zu fünf Prozent, das aktuelle regulatorische Maximum. Fluggesellschaften können den Treibstoff sofort in bestehenden Flugzeugen einsetzen, ohne technische Umrüstungen vornehmen zu müssen.

Die Umweltbilanz dieses Bio-Kerosins fällt günstiger aus, da die verwendeten Fette und Öle bereits Teil des natürlichen Kohlenstoffkreislaufs waren. Parallel dazu produziert eine weitere Anlage in Westniedersachsen vollständig klimaneutrales synthetisches Kerosin. Dieser alternative Kraftstoff wird aus CO₂ hergestellt, das entweder der Atmosphäre entnommen oder aus Abfallstoffen gewonnen wird, und mit Wasserstoff kombiniert, der mittels Ökostrom erzeugt wird.

BPs Schritt steht für einen größeren Trend in der Öl- und Gasbranche: Immer mehr Konzerne setzen auf alternative Kraftstoffe und wasserstoffbasierte Lösungen als zentrale Säulen ihrer Zukunftsstrategie. Das Unternehmen selbst peilt einen Marktanteil von über 20 Prozent im Bereich der Bio-Kerosin-Mischungen an.

Die Produktion in Lingen bietet Airlines eine sofort nutzbare, kohlenstoffärmere Alternative – und das ohne Anpassungen an der Flotte. Die schnelle Einführung könnte damit Realität werden. Gleichzeitig unterstreicht das Projekt Deutschlands wachsende Bedeutung bei der Entwicklung industrieller nachhaltiger Flugkraftstoffe.

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