Berlin plant 56.000 neue Sozialwohnungen – Tempelhofer Feld als Schlüsselstandort
Heinz-Peter SödingBerlin plant 56.000 neue Sozialwohnungen – Tempelhofer Feld als Schlüsselstandort
Berlin plant in den kommenden zehn Jahren einen massiven Ausbau des sozialen Wohnungsbaus. Die sieben landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften der Stadt wollen ihren Bestand um 56.000 Wohnungen erhöhen und damit rund 120.000 Bewohner:innen bezahlbaren Wohnraum bieten. Ein zentraler Standort in der Diskussion ist das Tempelhofer Feld, wo Neubauten helfen könnten, die steigende Nachfrage zu decken – bei gleichzeitiger Bewahrung der Grünflächen.
Der Vorstoß für mehr Wohnungen erfolgt vor dem Hintergrund eines zunehmend angespannten Mietmarktes in Berlin. Bis 2030 soll die Zahl der von landeseigenen Unternehmen verwalteten Wohnungen von derzeit 408.000 auf 440.000 steigen. Bis 2035 ist ein weiterer Anstieg auf knapp 465.000 Einheiten geplant. Der Großteil dieses Zuwachses wird durch Neubauten realisiert, wobei auch der Ankauf bestehender Immobilien in Frage kommt, sofern dies finanziell tragbar ist.
Das Tempelhofer Feld ist dabei zu einem Kristallisationspunkt der Debatte geworden. Ein Vorschlag aus der Zivilgesellschaft sieht vor, am Rand des ehemaligen Flughafenareals 21.400 Wohnungen zu errichten. Dieser Plan würde die im Tempelhofer-Feld-Gesetz vorgeschriebenen 200 Hektar offene Wiesenfläche erhalten. Bei einer Umsetzung könnte das Gebiet bis zu 50.000 Menschen Wohnraum bieten.
Regierender Bürgermeister Kai Wegner hat sich dem Vorhaben gegenüber aufgeschlossen gezeigt. Zwar schränkt der Schutzstatus des Geländes großflächige Bebauungen ein, doch gezielte Baumaßnahmen am Rand könnten einen Kompromiss darstellen. Das übergeordnete Ziel der Stadt bleibt es, den Wohnungsbedarf mit dem Erhalt öffentlicher Grünflächen in Einklang zu bringen.
Die Ausbaupläne sehen vor, dass die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften Berlins eine zentrale Rolle bei der Bewältigung der Wohnungsnot spielen. Mit 56.000 neuen Wohnungen bis 2030 und weiteren Steigerungen bis 2035 will die Stadt tausenden Haushalten bezahlbaren Wohnraum sichern. Die mögliche Entwicklung des Tempelhofer Felds steht dabei exemplarisch für die Herausforderung, die wachsende Nachfrage zu bedienen und gleichzeitig eine der größten Freiflächen Berlins zu erhalten.






