BAFTA-Gewinnerin Aysha Rafaele kämpft für mehr Vielfalt im britischen Fernsehen
Serpil KranzBAFTA-Gewinnerin Aysha Rafaele kämpft für mehr Vielfalt im britischen Fernsehen
Aysha Rafaele, eine vierfache BAFTA-preisgekrönte Produzentin, kritisiert die zögerliche Entwicklung bei der Vielfalt auf dem Bildschirm seit 2017. Trotz großer Hoffnungen nach Adeel Akhtars Gewinn als Bester Hauptdarsteller für Murdered by My Father habe sich für schwarze Briten und britisch-asiatische Darsteller kaum etwas verändert, so Rafaele. Nun feiert ihr neuestes Projekt, Vengeance: Mord in der Heide, am kommenden Sonntagabend Premiere auf Channel 4.
Rafaele und ihr kreativer Partner Joseph Bullman haben sich einen Namen damit gemacht, mit knappen Budgets zu arbeiten. Häufig besetzen sie Nachwuchstalente in ihren Produktionen und setzen erfolgreich auf direkte Pitches an Dokumentar-Redaktionen statt an Drama-Abteilungen. Dieser Ansatz führte zur Realisierung von Dirty Business und Vengeance – mit mehr künstlerischer Freiheit und schnellerer Umsetzung.
Vengeance basiert auf dem brutalen Mord an Gagandip Singh im Jahr 2014, einem sikhistischen TV-Manager, der von einer Gruppe vermeintlicher Freunde sexuell missbraucht, geschlagen und schließlich angezündet wurde. Rafaele will mit der Darstellung komplexer Charaktere Klischees über asiatische Jugendliche in britischen Medien durchbrechen.
Seit Jahren entwickelt Rafaele Ideen mit Fokus auf schwarze und britisch-asiatische Communities – doch die Umsetzung gestaltete sich schwierig. Nach Akhtars BAFTA-Erfolg erhoffte sie sich mehr Diversität auf dem Bildschirm, doch „rein gar nichts“ sei daraus geworden, so ihr ernüchterndes Fazit. Mit Vengeance will sie nun ein neues Licht auf die sikhistische Gemeinschaft in Großbritannien werfen.
Die Serie startet am Sonntag auf Channel 4. Rafaeles Arbeit bleibt ein Plädoyer für vielfältigere Repräsentation, auch wenn sie einräumt, dass der Fortschritt langsam bleibt. Durch die Zusammenarbeit mit Dokumentar-Teams und Nachwuchsdarstellern gelingt es ihr und Bullman, Geschichten zu erzählen, die sonst vielleicht ungehört blieben.






