31 May 2026, 02:10

BAföG-Reform auf Eis: Ministerin Bär setzt auf KI-Hilfe statt auf schnelle Änderungen

Forschungsministerin Bär: BAföG-Reform in der Sackgasse - Studieren und Arbeiten 'kein Problem'

BAföG-Reform auf Eis: Ministerin Bär setzt auf KI-Hilfe statt auf schnelle Änderungen

Bundesforschungsministerin Dorothee Bär hat eine zügige Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes angekündigt, während sie die Erwartungen an Änderungen beim deutschen BAföG-System dämpft. Die geplante umfassende Novelle der staatlichen Ausbildungsförderung, die ursprünglich zum Wintersemester 2026/27 in Kraft treten sollte, muss aufgrund von Sparmaßnahmen nun verschoben werden. Gleichzeitig soll bald ein KI-gestützter Chatbot Studierende bei BAföG-Anträgen unterstützen.

Der Gesetzentwurf für das Wissenschaftszeitvertragsgesetz befindet sich bereits in der Abstimmung mit den Bundesländern und relevanten Akteuren. Bär betonte die Dringlichkeit der Reform in diesem Bereich – ein deutlicher Kontrast zur stockenden BAföG-Reform.

Hinsichtlich des BAföG räumte die Ministerin ein, dass Haushaltszwänge das Vorhaben möglicherweise vollständig blockieren könnten. Zwar war die Reform für das späte Jahr 2026 vorgesehen, doch die finanzielle Lage mache diesen Zeitplan unrealistisch. Bär relativierte zudem die Kritik: Nebenjobs während des Studiums seien keine unzumutbare Belastung, und Studierende sollten sich an den Kosten ihrer Ausbildung beteiligen.

Als vorübergehende Unterstützung wird noch in diesem Jahr ein KI-Chatbot in das Portal bafoeg-digital integriert. Das Tool führt Antragstellende durch die Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen und verlinkt zum bestehenden BAföG-Rechner, der anonym und unverbindlich Förderhöhen schätzt. Bär verwies auf die aktuellen Vorteile in Deutschland, darunter gebührenfreie Hochschulen und staatlich finanzierter Zugang zu Bildung, und bezeichnete die Situation der Studierenden als „hoch privilegiert“.

Während die Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes voranschreitet und die Abstimmungen laufen, scheint eine BAföG-Reform auf absehbare Zeit unwahrscheinlich. Studierende bleiben damit vorerst auf die bestehenden Förderstrukturen angewiesen. Der neue KI-Chatbot soll ab 2024 zumindest die Antragsverfahren erleichtern.

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