14 March 2026, 14:18

Atommüll-Lagerung in Deutschland: Zwischenlager-Genehmigungen laufen aus – und das Endlager fehlt

Ein Mann in einem weißen Anzug trägt einen gelben Behälter mit einem radioaktiven Symbol, umgeben von maskierten Individuen mit Taschen, mit Gebäuden, Laternenmästen und Flaggen im Hintergrund.

Atommüll-Lagerung in Deutschland: Zwischenlager-Genehmigungen laufen aus – und das Endlager fehlt

Deutschlands Atommüll-Lagerung steht vor einem drängenden Zeitplan: Die Genehmigungen für Zwischenlager laufen bald aus

Bis 2045 oder 2046 endet die Betriebserlaubnis für den Großteil der 16 Zwischenlager in Deutschland – doch ein Endlager für hochradioaktiven Abfall wird erst Jahrzehnte später bereitstehen. Damit wächst die Sorge um die sichere Verwahrung des strahlenden Erbes, bis eine dauerhafte Lösung gefunden ist.

Die aktuellen Zwischenlager, meist auf dem Gelände ehemaliger Atomkraftwerke gelegen, waren ursprünglich für 40 Jahre genehmigt. Doch über ihre Sicherheit danach gibt es keine belastbaren Daten. Mit der Abschaltung der letzten Meiler 2023 wird der Druck nach zuverlässigen Langzeitlösungen immer größer. Experten warnen: Eine Verlängerung der Genehmigungen erfordert aufwendige Forschung und Planung – ein Prozess, der Jahre dauern könnte, bis verlässliche Ergebnisse vorliegen.

Politiker werden aufgefordert, die Verlängerung der Betriebsgenehmigungen mindestens ein Jahrzehnt vor Ablauf in die Wege zu leiten. Dies soll Lagerengpässe vermeiden, während das Land auf das Endlager wartet. Dieses soll voraussichtlich ab 2080 in Betrieb gehen und müss dann höchste Sicherheitsstandards erfüllen – darunter den Schutz vor Strahlung für bis zu eine Million Jahre.

Doch auch der Umzug des Atommülls vom Zwischen- ins Endlager birgt Herausforderungen: Nur etwa ein Drittel des Inhalts eines Zwischenlager-Behälters passt in einen Endlagerbehälter. Für den gesamten Abfall könnten rund 6.000 dieser Behälter nötig sein. Der Umfüllprozess selbst dürfte etwa 30 Jahre dauern – eine weitere Verzögerung im ohnehin engen Zeitplan.

Bis 2031 müss Deutschland einen Standort für das Endlager festlegen. Für Genehmigung und Bau werden dann weitere 20 Jahre veranschlagt. Ungeklärt bleiben kritische Fragen wie die Dichtheit der Verschlusssysteme in den Zwischenlagerbehältern oder deren durchgehende Überwachung.

Die Zeit wird knapp: Die Genehmigungen für die Zwischenlager laufen lange aus, bevor das Endlager bereitsteht. Ohne rechtzeitige Weichenstellungen bei Verlängerungen und Forschung drohen Lagerknappheiten. Der Erfolg des Umstiegs hängt nun von präziser Planung, strengen Sicherheitsprüfungen und der Einhaltung der gesetzten Fristen ab.

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