Asylanträge in Deutschland brechen ein – doch warum gerade jetzt?
Asylanträge in Deutschland gehen stark zurück
Die Zahl der Asylanträge in Deutschland ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Besonders auffällig ist der Rückgang bei syrischen Geflüchteten – Deutschland und Österreich tragen die Hauptlast dieser Entwicklung. Experten fragen sich nun, ob jüngste politische Änderungen tatsächlich eine nennenswerte Rolle in diesem Trend spielen.
Im Jahr 2024 ließen sich vier von fünf Syrern, die in der EU Schutz erhielten, in Deutschland oder Österreich nieder. Doch 2025 begannen die Zahlen zu sinken. Der Migrationsforscher Gerald Knaus führt den Rückgang vor allem auf Veränderungen innerhalb Syriens zurück – und weniger auf die europäische Politik.
Seit Mai 2025 setzt die deutsche Regierung auf verstärkte Zurückweisungen an den Binnengrenzen, um irreguläre Migration einzudämmen. Diese Taktik war ursprünglich 2015 von der rechtspopulistischen AfD vorgeschlagen worden. Trotz hoher Investitionen zeigt die Maßnahme jedoch kaum praktische Wirkung.
Knaus kritisiert den Ansatz offen: Er halte ihn für rechtlich fragwürdig und nicht zukunftsfähig. Die Zurückweisungen verletzten seines Erachtens EU-Recht, ohne die eigentlichen Ursachen für die Migrationstrends zu bekämpfen.
Der starke Rückgang der Asylanträge trifft Deutschland und Österreich besonders hart. Da sich die Zurückweisungen als wirkungslos erweisen, rückt nun die Frage in den Fokus, ob alternative Strategien entwickelt werden. Im Mittelpunkt bleibt, wie sich diese Veränderungen auf die Verteilung von Geflüchteten in der gesamten EU auswirken werden.






