13 March 2026, 16:14

Asse II: Rückholung radioaktiver Abfälle ohne neuen Zeitplan verschoben

Ein Schwarz-Weiß-Foto eines Schutthaufens mit Metallobjekten und Rohren, wahrscheinlich Überreste der Tschernobyl-Katastrophe.

Verwahrte Kernabfälle in Asse - Beginn der Bergung verschoben - Asse II: Rückholung radioaktiver Abfälle ohne neuen Zeitplan verschoben

Pläne zur Bergung radioaktiver Abfälle aus dem Bergwerk Asse II in Deutschland wurden ohne neuen Zeitplan verworfen. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) bestätigte die Verzögerung und verwies auf anhaltende Ungewissheiten. Ursprünglich hatten die Verantwortlichen geplant, die Rückholung im Jahr 2033 zu beginnen – dieses Ziel wurde nun aufgegeben.

In der Anlage Asse lagern etwa 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Abfall, die zwischen den 1960er- und 1970er-Jahren in 13 unterirdischen Kammern eingelagert wurden. Gesetzlich vorgeschrieben ist die Stilllegung des Standorts, wobei die BGE mit der Bergung der Abfälle beauftragt ist. 2020 legte die Organisation einen Rahmen vor, um die Rückholung ab 2033 zu starten, und schätzte die vorläufigen Kosten auf über drei Milliarden Euro. Der Plan enthielt jedoch keine detaillierte Zeitplanung und basierte auf groben Prognosen, die sich später als unzuverlässig erwiesen.

Seit 2020 liegt die politische Aufsicht beim Bundesumweltministerium (BMUV), mit stärkerer Einbindung der Länder, während die rechtliche Verantwortung bei der BGE bleibt. Zur besseren Koordination wurden neue Gremien geschaffen, darunter die Koordinierungsstelle Rückholung Asse (2022 eingerichtet) und die Bergrevier Asse GmbH (ab 2025 operativ). Trotz dieser Maßnahmen räumt die BGE ein, dass der ursprüngliche Zeitplan aufgrund ungelöster Herausforderungen nicht haltbar ist.

Eine Aktualisierung der überarbeiteten Planung wird für April erwartet. Ein neuer Starttermin für die Bergungsarbeiten steht jedoch noch nicht fest.

Die unbestimmte Verschiebung lässt die Rückholung der 126.000 Abfallfässer in der Schwebe. Zwar schreibt das Bundesrecht die Stilllegung des Standorts vor, doch ein konkreter Fahrplan fehlt. Der nächste Fortschrittsbericht der BGE, der im April vorgelegt werden soll, könnte weitere Klarheit über die Zukunft des Projekts bringen.

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