11 May 2026, 02:13

Ärzte fordern radikale Alkohol-Reformen: Supermärkte sollen Hochprozentiges verlieren

Schilder am Straßenrand mit der Aufschrift "Alkoholtrinken ist verboten" und "Rauchen verboten", umgeben von Bäumen und Gras.

Ärzte fordern radikale Alkohol-Reformen: Supermärkte sollen Hochprozentiges verlieren

Kassenärztliche Vereinigung Marburg drängt auf schärfere Alkoholgesetze in Deutschland

Auf ihrer 147. Delegiertenversammlung in Hannover hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Marburg strengere Regelungen zur Eindämmung des Alkoholkonsums von Jugendlichen und zur Verringerung langfristiger Gesundheitsrisiken gefordert. Zu den Vorschlägen gehören ein Verbot hochprozentiger Spirituosen in Supermärkten sowie eine Anhebung der Altersgrenzen für den Alkoholkauf.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Beschlussvorlage der Ärztevereinigung zielt auf mehrere zentrale Punkte ab. Eine wesentliche Änderung sieht die Streichung einer Ausnahmeklausel vor, die es 14- und 15-Jährigen bisher erlaubt, unter elterlicher Aufsicht Bier, Wein oder Sekt zu trinken. Diese Praxis, bekannt als „begleiteter Alkoholkonsum“, steht seit Langem in der Kritik, da sie den frühen Einstieg in den Alkoholmissbrauch verharmlose.

Ein weiterer Vorschlag sieht vor, hochprozentige Alkoholika ausschließlich über Fachhändler mit Lizenz zu vertreiben. Supermärkte, Tankstellen und Kioske dürften dann keine starken Spirituosen mehr anbieten. Die Mediziner verweisen auf internationale Erfahrungen, wonach solche Maßnahmen den Jugendkonsum und damit verbundene Gesundheitsprobleme deutlich reduzieren.

Die KV Marburg warnt zudem vor den Risiken des frühen Alkoholkonsums: Studien belegen, dass dieser das Suchtpotenzial und die Gefahr langfristiger Gesundheitsschäden deutlich erhöht. Alkohol bleibe eine der vermeidbarsten öffentlichen Gesundheitsgefahren in Deutschland, so die Ärzte.

Sollten die Pläne umgesetzt werden, wäre dies ein Paradigmenwechsel in der deutschen Jugendschutzpolitik. Die Initiative der Marburger Ärzte reiht sich ein in bundesweite Bestrebungen, den Alkoholmissbrauch von Minderjährigen einzudämmen. Ob die Vorschläge Wirklichkeit werden, hängt nun davon ab, ob das Bundesgesundheitsministerium die verschärften Regelungen übernimmt.

Quelle