Apotheker attackiert Grünen-Politikerin: "Warum blockieren Sie unsere Rettung?"
Serpil KranzApotheker attackiert Grünen-Politikerin: "Warum blockieren Sie unsere Rettung?"
Ein erbitterter Streit ist zwischen einem örtlichen Apotheker und der gesundheitspolitischen Sprecherin der Grünen über die Zukunft der kämpfenden Apotheken in Deutschland entbrannt. Zafer Arslan, Inhaber der Apotheke an der Post in Wermelskirchen, ging direkt auf Konfrontationskurs mit Paula Piechotta, nachdem diese Pläne zur Anpassung der Apothekengebühren kritisiert hatte. Die Auseinandersetzung kommt zu einer Zeit, in der die Zahl der Apotheken in Deutschland auf einem 47-Jahres-Tiefstand ist – steigende Kosten treiben viele an den Rand des Ruins.
Arslan schrieb Piechotta eine E-Mail, in der er ihre Haltung gegenüber den örtlichen Apotheken infrage stellte. Er wollte wissen, warum sie Inflationsanpassungen bei den Apothekengebühren ablehnt, während ähnliche Erhöhungen für Ärzte kaum auf Widerstand stoßen. Zudem wies er darauf hin, dass Gehaltserhöhungen für Abgeordnete von ihr nicht gleichermaßen kritisiert worden seien.
Der Apotheker betonte, dass lokale Apotheken unverzichtbare Leistungen erbrächten – von der Notfallversorgung über persönliche Beratung bis hin zur Arzneimittelabgabe –, und dabei finanzielle Risiken trügen. Dennoch seien die Apothekengebühren seit 2013 eingefroren, während sich die Betriebskosten zwischen 2013 und 2024 um 47,3 Prozent für Materialien und um 78,8 Prozent für Personal erhöht hätten.
Ende 2025 gab es in Deutschland nur noch 16.601 Apotheken – so wenige wie seit 1978 nicht mehr. Arslan warnte, dass viele nun ums Überleben kämpften und die Schließungen von Jahr zu Jahr zunähmen. Piechotta hingegen argumentierte, dass höhere Apothekengebühren schwerer gegenüber einkommensschwachen Haushalten zu rechtfertigen seien, wenn es um steigende Krankenkassenbeiträge gehe. Zudem kritisierte sie das Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz dafür, dass es die Vorherrschaft großer, umsatzstarker Ketten nicht angehe.
Der Konflikt unterstreicht die wachsende finanzielle Belastung unabhängiger Apotheken. Ohne Gebührenanpassungen drohen weitere Schließungen, was den Zugang zu lokalen Gesundheitsdienstleistungen erschweren würde. Die Regierung steht nun unter Druck, die langfristigen Finanzierungsprobleme des Sektors anzugehen.