18 February 2026, 21:41

Apothekensterben in Deutschland: Warum immer mehr Standorte schließen müssen

Ein blauer Hintergrund mit weißer Schrift und einem Logo, das "19 Millionen Amerikaner werden geschätzt 400 USD pro Jahr an Arzneikosten sparen" lautet.

Apothekensterben in Deutschland: Warum immer mehr Standorte schließen müssen

Apotheken in ganz Deutschland stecken in einer sich verschärfenden Krise: Finanzielle Belastungen zwingen immer mehr zur Schließung. Der Landesapothekerverband Niedersachsen (LAV) fordert nun dringendes Handeln von der Bundesregierung, um die Festbeträge für Arzneimittel zu erhöhen. Andernfalls drohe eine Verschlechterung der Versorgungssicherheit für Patienten. Trotz entsprechender Zusagen im Koalitionsvertrag seien bisher keine Änderungen umgesetzt worden.

Seit 2015 haben rund 18 Prozent aller Apotheken in Deutschland schließen müssen – Tausende Standorte sind im vergangenen Jahrzehnt verschwunden. Allein in Städten wie Bochum ist die Zahl innerhalb von nur 15 Jahren von über 100 auf etwa 90 gesunken. Der LAV argumentiert, dass jahrelange stagnierende Finanzierung viele Betreiber an den Rand des Ruins treibe.

Berend Groeneveld, Vorsitzender des Verbandes, warnte, dass weitere Schließungen Patienten zwingen würden, längere Wege für Rezepte und Beratungen in Kauf zu nehmen. Zudem könnten Apotheken ohne stabile Finanzierung weder neue Dienstleistungen anbieten noch eine zuverlässige Arzneimittelversorgung gewährleisten.

Die Landesregierung und Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi (SPD) haben das Problem zwar anerkannt. Doch das Bundesgesundheitsministerium hat die versprochenen Erhöhungen der Festbeträge bisher nicht umgesetzt. Der LAV droht nun mit einer Ausweitung öffentlicher Kampagnen, sollte kurzfristig keine Lösung gefunden werden.

Ohne sofortige Anpassungen der Vergütung ist mit weiteren Schließungen zu rechnen, was die medizinische Grundversorgung für viele Menschen erschweren würde. Der Verband betont, dass finanzielle Planungssicherheit entscheidend sei – sowohl für die Aufrechterhaltung der Kernaufgaben als auch für den Ausbau von Serviceleistungen. Die nächsten Schritte der Bundesregierung werden zeigen, ob sich die Lage entspannt oder weiter zuspitzt.