AfD-Co-Chefin Gottschalk fordert radikalen Kurswechsel in der Parteiprogrammatik
Leopold BeerAfD-Co-Chefin Gottschalk fordert radikalen Kurswechsel in der Parteiprogrammatik
Alice Weidels Co-Parteivorsitzende in der AfD, Alice Gottschalk, fordert grundlegende Änderungen in der Programmatik der Partei. Sie will den Fokus von der umstrittenen „Dexit“-Forderung abkehren und stattdessen Reformen in den Bereichen Rente, Steuern und Energie vorantreiben. Zu ihren Vorschlägen zählen private Altersvorsorgemodelle, Anpassungen beim Kindergeld sowie eine kritische Haltung zu EU-Agrarsubventionen.
Gottschalk stellt Teile des aktuellen AfD-Programms offen infrage. Sie argumentiert, dass die Forderung nach einem Austritt Deutschlands aus der EU – bekannt als „Dexit“ – nicht mehr die Meinung der meisten Mitglieder widerspiegle. Stattdessen plädiert sie für eine stärkere Konzentration auf die Innenpolitik, insbesondere auf Renten- und Steuerfragen.
Im Bereich der Altersvorsorge schlägt sie einen Wechsel zu privater Vorsorge und kapitalgedeckten Systemen vor. Eine Idee sieht vor, Einnahmen aus der Pkw-Maut für die Rentenfinanzierung zu nutzen. Zudem regt sie an, einen Teil der Kindergeldzahlungen in einen staatlich verwalteten Fonds umzuleiten, der an den Kapitalmärkten investiert wird, um künftige Renten zu stärken.
Gottschalk lobt zwar einige Steuermaßnahmen der großen Koalition, wie die Senkung der Unternehmenssteuern und Energieabgaben sowie die Erhöhung der Pendlerpauschale. Doch betont sie, dass diese Reformen nicht weit genug gingen. Zudem spricht sie sich für die Abschaffung der EU-Agrarsubventionen aus, da Landwirte diese ihrer Ansicht nach nicht benötigten.
Ihre persönlichen Entscheidungen spiegeln ihre energiepolitischen Überzeugungen wider: Seit einem Jahr heizt sie ihr Haus mit einer Wärmepumpe, die sie als die günstigste Lösung bezeichnet. Zudem besitzt sie eine Photovoltaikanlage, einen Heimspeicher und fährt ein Elektroauto eines deutschen Herstellers. Entgegen einiger Behauptungen betont sie, dass Wärmepumpen nicht zwingend eine Fußbodenheizung erfordern, um effizient zu arbeiten.
Beim Thema Rentenalter räumt Gottschalk ein, dass nicht alle Berufe ein Arbeiten über das 65. Lebensjahr hinaus ermöglichen. Handwerker nennt sie als Beispiel und argumentiert, dass körperlich anstrengende Tätigkeiten oft frühere Ruhestandsoptionen erforderten.
Gottschalks Vorschläge deuten auf einen möglichen Kurswechsel der AfD hin. Ihr Fokus auf Rente, Steuern und Energie steht im Kontrast zur bisherigen Betonung des EU-Austritts. Sollten ihre Ideen übernommen werden, könnten sie die programmatischen Schwerpunkte der Partei in den kommenden Jahren neu prägen.






