ZDK warnt vor EU-Plänen: Neue Fahrzeugkennzeichnung gefährdet Gebrauchtwagenhandel
Leopold BeerZDK warnt vor EU-Plänen: Neue Fahrzeugkennzeichnung gefährdet Gebrauchtwagenhandel
Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) kritisiert neue EU-Pläne für einheitliche Fahrzeugkennzeichnung
Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat scharfe Kritik an den neuen EU-Vorhaben zur standardisierten Fahrzeugkennzeichnung geübt. In einem acht Punkte umfassenden Positionspapier warnt der Verband, dass die geplanten Regelungen erhebliche Probleme für Händler und Käufer mit sich bringen könnten. ZDK-Präsident Thomas Peckruhn forderte das Bundeswirtschaftsministerium auf, sich in Brüssel für realistischere Vorgaben einzusetzen.
Die Europäische Kommission will die bisherige Richtlinie 1999/94/EG durch strengere Kennzeichnungsvorschriften ersetzen. Betroffen wären nicht nur Neuwagen, sondern auch Gebrauchtfahrzeuge, für die Händler dann detaillierte Angaben zu Kraftstoffverbrauch und Emissionen vorlegen müssten. Der ZDK hält diesen Ansatz für fehlerhaft, da ältere Modelle nach dem veralteten NEFZ-Standard (Neuer Europäischer Fahrzyklus) getestet wurden, während neuere Fahrzeuge dem strengeren WLTP-Messverfahren (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure) unterliegen.
Peckruhn verwies auf gravierende praktische Herausforderungen: Viele Gebrauchtwagen seien im Laufe der Zeit umgebaut worden, was die Ermittlung verlässlicher Verbrauchsdaten erschwere. Er warnte davor, dass die Regelungen Händler dazu bewegen könnten, ältere Modelle gar nicht mehr anzunehmen oder zu verkaufen. Zudem betonte der ZDK die Notwendigkeit klarer Zuständigkeiten zwischen Herstellern, Online-Plattformen und Händlern sowie einheitlicher Marktkontrollen in der gesamten EU.
Bisher haben sich die einzelnen EU-Mitgliedstaaten noch nicht offiziell zu den Plänen geäußert. Die Diskussionen finden vor allem auf Ebene der Europäischen Kommission und des Parlaments statt; bis April 2026 liegen keine dokumentierten nationalen Stellungnahmen vor.
In seinem Positionspapier formuliert der ZDK acht zentrale Forderungen an die Politik. Der Verband verlangt, die Kennzeichnungspflicht auf Neufahrzeuge zu beschränken und rechtliche Hürden für den Gebrauchtwagenhandel zu vermeiden. Ohne Nachbesserungen, so die Warnung, drohten erhebliche Störungen auf dem Sekundärmarkt und unnötige Belastungen für die Händler.






