04 April 2026, 20:11

WM 2024: Nagelsmanns DFB-Elf kämpft mit taktischen Fehlern und defensiven Schwächen

Eine Gruppe von Männern in grünen T-Shirts steht auf einem Fußballfeld, einige hocken, mit einem Ball vor ihnen und einem Torpfosten rechts daneben, vor einer Kulisse aus Bäumen, Gebäuden und Fahrzeugen.

WM 2024: Nagelsmanns DFB-Elf kämpft mit taktischen Fehlern und defensiven Schwächen

Deutschlands Nationalmannschaft steht vor der WM 2024 zunehmend in der Kritik

Trotz einzelner Glanzleistungen mehren sich vor der Weltmeisterschaft 2024 die Zweifel an Julian Nagelsmanns Führung. Schwache Defensiveleistungen und fragwürdige taktische Entscheidungen haben nach den jüngsten Testspielen Bedenken geschürt, ob die Mannschaft im Turnier nicht allzu angreifbar sein könnte.

In den letzten Partien kosteten defensive Fehler die DFB-Elf teuer. Gegen die Schweiz führte ein unpräziser Pass von Nico Schlotterbeck zu einer gegnerischen Torchance. Drei Gegentreffer nach nur sieben Torabschlüssen unterstrichen die Verwundbarkeit der Abwehr. Selbst gegen Ghana, eine Mannschaft mit begrenzter Offensivkraft, gelang es Deutschland nicht, ohne Gegentor zu bleiben.

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Nagelsmanns Taktik steht in den deutschen Medien massiv in der Kritik. Experten bemängeln das Fehlen eines defensiven Mittelfeldspielers – Leon Goretzka wirkt oft überfordert, Konrad Laimer überlastet. Die Verletzung von Aleksa Pavlović und der Verzicht auf Robert Andrich verschärfen das Ungleichgewicht. Statt die Abwehr abzusichern, wurde Joshua Kimmich auf die rechte Außenbahn verschoben, was sowohl seine Wirkung als auch die Mannschaftsstruktur schwächt.

Die mangelnde Anpassungsfähigkeit des Trainers frustriert die Fans. Sein Beharren auf einen ultra-offensiven Spielstil, kombiniert mit ineffektiven langen Bällen in der zweiten Halbzeit, setzt die Mannschaft unnötigen Risiken aus. Auch die Personalauswahl gibt Rätsel auf – etwa die Bevorzugung von Leroy Sané vor David Raum oder das anhaltende Ignorieren von Maximilian Baumann. Nagelsmanns oft als abweisend wahrgenommene Art, mit Kritik umzugehen, hat die Anhänger zusätzlich verprellt.

Einzelne Spieler ragen als Lichtblicke heraus. Florian Wirtz, Antonio Rüdiger, Jamal Musiala und Lennart Karl lieferten Weltklasse-Leistungen ab, doch die Mannschaftsergebnisse bleiben enttäuschend. Im Sturm führten Kai Havertz und Niclas Woltemade die Offensive an, doch Deniz Undavs spätes Siegtor gegen Ghana entfachte die Diskussion um die Stürmerposition neu. Sein Einwechsel-Einfluss kontrastierte mit den Schwächen der Startelf-Angreifer.

Abseits des Platzes sorgten Schiedsrichterentscheidungen für zusätzlichen Zündstoff. Stuart Attwell, der Deutschland gegen Ghana einen umstrittenen Handelfmeter zugesprochen hatte, war auch als VAR-Offizieller im Viertelfinale der EM 2024 im Einsatz – als ein klarer Elfmeter nicht gegeben wurde. Diese Widersprüche befeuern die Verärgerung der deutschen Fans weiter.

Nagelsmann selbst hat inzwischen seinen Tonfall geändert. Nach früheren Bekundungen, Deutschland gehöre zu den Titelfavoriten, räumt er nun ein, dass andere Nationen im Vorteil seien. Doch dieses Eingeständnis hat den Druck kaum verringert – im Gegenteil: Die Erwartungen sinken.

Mit mehr Fragen als Antworten geht die Nationalmannschaft in die WM. Defensive Schwächen, taktische Starrheit und eine blasse Offensive machen sie angreifbar. Zwar bleibt individuelles Talent vorhanden, doch ob die Mannschaft auf höchstem Niveau mithalten kann, hängt nun von dringend notwendigen Verbesserungen ab – auf und neben dem Platz.

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