Wie Extremismus über TikTok Jugendliche in Celle erreicht und radikalisiert
Heinz-Peter SödingWie Extremismus über TikTok Jugendliche in Celle erreicht und radikalisiert
Veranstaltung in Celle: Wie Extremismus über TikTok und Co. verbreitet wird
Eine aktuelle Veranstaltung in Celle hat sich mit den Gefahren befasst, die von der Verbreitung extremistischen Gedankenguts über soziale Medien wie TikTok ausgehen. Organisiert vom Netzwerk zur Stärkung demokratischer Strukturen kamen Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie Fachkräfte aus der Region zusammen. Ziel war es zu zeigen, wie Nutzer:innen im Alltag – oft unbemerkt – mit schädlichen Inhalten konfrontiert werden können.
Die unter dem Titel "Extremismus auf TikTok und anderen Plattformen" stehende Veranstaltung war in zwei Teile gegliedert. Am Vormittag nahmen Neunt- und Zehntklässler:innen von drei Celleer Schulen – der KAV, dem Ernestinum und der OBS Welfenallee – an Workshops teil. Dort analysierten sie ihre persönlichen "Für-dich"-Feeds und lernten, wie extremistische Gruppen Algorithmen ausnutzen, um spaltende Narrative zu verbreiten.
Am Nachmittag richtete sich das Angebot an Lehrkräfte, Sozialarbeiter:innen und Vertreter:innen aus der Kommunalpolitik. Im Mittelpunkt standen die digitale Radikalisierung und Strategien zur Förderung von Gegenrede. Die Organisator:innen betonten, dass politische Inhalte auf Kurzvideo-Plattformen häufig ohne seriöse Quellen auskommen und stattdessen auf emotionale Reize sowie vereinfachte Botschaften setzen.
Daten des Landesamts für Statistik Niedersachsen zeigen einen deutlichen Anstieg der täglichen TikTok-Nutzung bei 12- bis 17-Jährigen: Lag der Anteil 2021 noch bei 25 Prozent, stieg er bis 2025 auf über 70 Prozent. Ähnliche Trends sind laut der aktuellen JIM-Studie auch bei Instagram Reels und YouTube Shorts zu beobachten.
Das Netzwerk zur Stärkung demokratischer Strukturen dankte allen Teilnehmenden für ihr Engagement. Bei Rückfragen zur Veranstaltung steht Christian Riebandt von der Polizei Celle zur Verfügung (Telefon: +49 5141 277 106, E-Mail: [email protected]). Die Diskussionen unterstrichen, wie wichtig kontinuierliche Medienbildung und ein verantwortungsvoller Umgang mit sozialen Plattformen sind.






