18 March 2026, 14:07

Warum Buchenwalds Erinnerung in Deutschland bis heute bröckelt – eine schonungslose Abrechnung

Altes Buch mit dem Titel "Deutschland-Bildheft - Offpreußens Ermland" aus dem Jahr 1927 mit einer Abbildung eines Zimmers auf dem Cover.

Warum Buchenwalds Erinnerung in Deutschland bis heute bröckelt – eine schonungslose Abrechnung

Achtzig Jahre nach der Befreiung Buchenwalds bleibt der Holocaust im demokratischen Gedächtnis Deutschlands brüchig. In ihrem neuen Buch "Landschaften ohne Zeugen: Buchenwald und der Bruch des Erinnerens" untersucht Ines Geipel, warum die Geschichte des Lagers jahrzehntelang verdrängt wurde – und wie Gleichgültigkeit bis heute nachwirkt.

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Geipel, Schriftstellerin und Professorin mit Schwerpunkt auf Deutschlands gewalttätiger Vergangenheit unter dem Nationalsozialismus und der DDR, zeichnet in ihrem Werk die Ursprünge des Konzentrationslagersystems nach. Gleichzeitig entlarvt sie Nachkriegsmythen, darunter das Versagen der Trauerarbeit und die Tilgung des Gedächtnisses nach zwei Diktaturen.

Jahre lang war das öffentliche Bewusstsein für die Buchenwald-Außenlager in Niedersachsen nahezu inexistent. Erst im Jahr 2000, unter dem Druck US-amerikanischer Sammelklagen, richtete der deutsche Staat die Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" ein. Dies markierte einen Wendepunkt, der zur offiziellen Anerkennung und finanziellen Entschädigung für NS-Opfer zwang.

Doch heute kommen die Herausforderungen für Deutschlands Erinnerungskultur nicht mehr allein von rechts. Die Diskussion über Geipels Erkenntnisse findet auf der Leipziger Buchmesse statt, moderiert von Ulrich Gutmair, Kulturredakteur von unserer Website.

Im S. Fischer Verlag erschienen, zeigt "Landschaften ohne Zeugen" die Lücken im demokratischen Gedächtnis Deutschlands auf. Die Veröffentlichung fällt in eine Zeit, in der die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit weiter debattiert wird – und in der einige genau diese Aufarbeitung untergraben wollen.

Quelle