VW-Vorstand Schmall warnt: Bürokratie und hohe Kosten bedrohen Deutschlands Industriezukunft
Winfried JunkVW-Vorstand Schmall warnt: Bürokratie und hohe Kosten bedrohen Deutschlands Industriezukunft
VW-Technikvorstand warnt: Strenge Vorschriften und hohe Kosten gefährden Deutschlands Industriezukunft
Thomas Schmall, der im Volkswagen-Vorstand für Innovation zuständige Manager, hat auf der Hannover Messe scharfe Kritik an den Rahmenbedingungen für die deutsche Industrie geübt. Während der Präsentation der neuesten Batterie-Innovationen des Konzerns betonte er, dass überzogene Regulierung und hohe Kosten den Standort Deutschland bedrohten. Seine Äußerungen fielen zusammen mit der Vorstellung der ersten eigenentwickelten Batteriezelle des Autokonzerns – ein Projekt, das in nur drei Jahren am Standort Salzgitter realisiert wurde.
Schmall benannte konkrete Herausforderungen: Energiepreise, bürokratische Hürden und Compliance-Anforderungen lägen in Deutschland bis zu 70 Prozent über denen anderer westeuropäischer Länder. Solche Bedingungen untergrüben die Wettbewerbsfähigkeit selbst technologieführender Unternehmen wie Volkswagen, warnte er.
Auf der Messe enthüllte er, dass Behörden für das Batteriewerk in Salzgitter Brandschutzsysteme gefordert hätten, "die es weltweit nirgends gibt". Trotz solcher Hindernisse treibe der Konzern die Innovation voran und mache seine E-Mobilitäts-Sparte widerstandsfähiger und effizienter.
Vor dem Fachpublikum forderte Schmall die Politik zu mutigeren Reformen auf. Er plädierte für eine gemeinsame Kraftanstrengung von Staat und Wirtschaft, um eine "Made-in-Europe"-Strategie zu entwickeln. Ohne Kurskorrektur stehe Deutschland vor der Frage, ob es in Schlüsselsektoren wie Batterieproduktion und Elektrofahrzeugen seine Führungsrolle halten könne.
Die Fortschritte in Salzgitter belegten zwar VWs Anpassungsfähigkeit, doch Schmall betonte: Langfristiger Erfolg hänge davon ab, regulatorische Lasten abzubauen und Kosten zu senken. Seine Worte spiegeln eine wachsende Unruhe unter Industrievertretern wider, die Deutschlands wirtschaftliche Ausrichtung kritisch sehen.
Mit seinen Mahnungen setzt Schmall die Politik unter Handlungsdruck. Zwar demonstriert die rasante Batterieentwicklung des Konzerns technische Stärke – doch hohe Kosten und überbordende Bürokratie bleiben zentrale Stolpersteine. Wenn Deutschland wettbewerbsfähig bleiben will, müssen die Reformen mit dem Tempo der industriellen Innovation Schritt halten.






