TUI übertrifft Erwartungen – doch schwache Buchungen drücken die Aktie
Leopold BeerTUI übertrifft Erwartungen – doch schwache Buchungen drücken die Aktie
TUI meldet starke Ergebnisse im ersten Quartal – doch Buchungsschwäche belastet die Aktie
Die TUI Group hat starke Zahlen für das erste Quartal vorgelegt: Sowohl Gewinn als auch Umsatz lagen über den Erwartungen der Analysten. Erstmals seit Anfang 2020 kündigte das Unternehmen wieder eine Dividende an – die Aktionäre erhalten 0,10 Euro pro Aktie. Dennoch gerieten die positiven Zahlen in den Hintergrund, da schwächere Vorabbuchungen und veränderte Reisegewohnheiten die Anleger verunsicherten.
Nach der Bekanntgabe der Ergebnisse brach der Aktienkurs um rund zehn Prozent ein – ein Zeichen für die Sorgen über die künftige Nachfrage.
Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von TUI stieg im ersten Quartal um 50 Prozent auf 77,1 Millionen Euro und übertraf damit die Prognosen der Marktbeobachter. Damit startete das Unternehmen erfolgreich ins neue Geschäftsjahr. Besonders die Kreuzfahrtsparte TUI Cruises trug maßgeblich zum Wachstum bei: Sie steuerte 62,7 Millionen Euro bei – fast 30 Millionen mehr als im Vorjahreszeitraum.
Auch die Erlebnis- und Aktivitätensparte TUI Musement verzeichnete ein Plus: Der Umsatz kletterte um 5,6 Prozent auf 244 Millionen Euro. Zudem bestätigte der Konzern seine Expansionspläne in Osteuropa. Ab Januar 2026 wird TUI in Rumänien aktiv und strebt bis Ende desselben Jahres den Aufbau eines Netzes von 500 Partneragenturen im Land an. Gleichzeitig sollen in der gesamten Region 50 neue Reisebüros entstehen.
Trotz dieser Fortschritte meldete TUI einen Rückgang der Vorabbuchungen: Für den Winter 2025/26 sank die Nachfrage um ein Prozent, für den Sommer 2026 sogar um zwei Prozent. Diese Verschiebung im Buchungsverhalten verunsicherte die Investoren und führte zum deutlichen Kursrückgang. Dennoch hält das Unternehmen an seiner Jahresprognose fest: Ein Umsatzwachstum von zwei bis vier Prozent und ein Anstieg des bereinigten EBIT um sieben bis zehn Prozent bleiben das Ziel.
Die Ankündigung der Dividende markiert einen wichtigen Meilenstein für TUI, das seit Februar 2020 keine Ausschüttungen mehr vorgenommen hatte. Anspruch auf die Dividende haben Aktionäre, die die Aktie bis zum 12. Februar 2026 halten.
Insgesamt zeigt die Performance im ersten Quartal solides Wachstum bei Gewinn und Umsatz, getrieben von den Sparten Kreuzfahrten und Erlebnisreisen. Die Rückkehr der Dividende unterstreicht die finanzielle Erholung, doch die schwächeren Buchungszahlen geben Anlass zur Sorge. Mit den Expansionsplänen in Rumänien und einer stabilen Prognose setzt der Konzern weiterhin auf langfristiges Wachstum – trotz der aktuellen Marktreaktionen.
Analystenprognosen überschattet von Hurrikan-Kosten, als TUI Erwartungen übertrifft
Analysten hatten ein schwächeres Q1 für TUI erwartet, aber die Ergebnisse übertrafen die Prognosen. Das EBIT von 77,1 Mrd. EUR übertraf den 66,7 Mrd. EUR Konsens, trotz 21 Mrd. EUR einmaliger Kosten durch Hurrikan Melissa. Dieser Kontext erklärt, warum die Börse positiv auf die Ergebnisse reagierte, obwohl Buchungen zurückgingen.