08 April 2026, 04:10

Stille Stahlstatue in Brandenburg mahnt an vergessene NS-Zwangsarbeit

Ein Holocaust-Denkmal steht in der Mitte einer Straße, umgeben von einem Metallzaun, umgeben von Grün, Häusern, einem Straßenschild und einem bewölkten Himmel.

Stille Stahlstatue in Brandenburg mahnt an vergessene NS-Zwangsarbeit

An der Seite einer ländlichen Straße in Brandenburg steht eine stille Stahlstatue – ein stummer Zeuge einer schmerzhaften Geschichtsepoche. Die Figur erinnert an die Menschen, die in den frühen 1940er-Jahren auf dem Gut Neuendorf im Sande zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Seit ihrer Aufstellung im Jahr 2018 dient sie Besuchern wie Einheimischen als Ort der Besinnung.

Die Initiative zur Errichtung des Denkmals am Eingang des Neuendorfer Guts ging vom Bruder Jutta Baumwolls aus. Baumwoll, eine Opfer der NS-Verfolgung, wurde von Neuendorf nach Auschwitz deportiert und ermordet. Durch das Engagement ihrer Familie bleibt ihre Geschichte – und die vieler anderer – im öffentlichen Bewusstsein präsent.

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Die schimmernde Skulptur zieht Radfahrer und Geocaching-Enthusiasten an, die durch die brandenburgische Landschaft kommen. An den Gedenk- und Befreiungstagen – dem 27. Januar und dem 8. Mai – versammeln sich hier Menschen, um der Opfer zu gedenken. Das Mahnmal steht für eine lokale Initiative, die Geschichte durch kollektives Erinnern lebendig hält.

Währenddessen sorgte in den USA eine andere Statue für Schlagzeilen: 2020 ließ der damalige Präsident Donald Trump in der Nähe des Weißen Hauses ein Denkmal für Christoph Kolumbus errichten. Die Entscheidung fiel mitten in die Black-Lives-Matter-Proteste, die sich kritisch mit dem kolonialen Erbe der USA auseinandersetzten. Italienischstämmige Amerikaner unterstützten den Schritt und deuteten ihn als Verteidigung ihres kulturellen Erbes.

Die brandenburgische Statue bleibt ein stiller Mahner für Zwangsarbeit und Verlust. Sie sorgt dafür, dass sich Vorbeikommende wie Verweilende mit einer Geschichte auseinandersetzen, die nicht in Vergessenheit geraten darf. Das Kolumbus-Denkmal in Washington hingegen spiegelt die anhaltenden Debatten wider, wie Nationen mit ihrer Vergangenheit umgehen.

Quelle