SPD sucht nach Neuaufstellung: Pistorius als Klingbeils Nachfolger im Gespräch
Leopold BeerSPD sucht nach Neuaufstellung: Pistorius als Klingbeils Nachfolger im Gespräch
Die SPD steht unter Druck, sich zu reformieren, nachdem führende Persönlichkeiten neue Führungsrollen vorgeschlagen haben. Die SPD-Abgeordnete Doris Schröder-Köpf hat Verteidigungsminister Boris Pistorius als möglichen Nachfolger von Vizekanzler Lars Klingbeil ins Spiel gebracht. Gleichzeitig betont der ehemalige Landesvorsitzende Roger Lewentz, die Partei müsse sich auf ihre Kernthemen konzentrieren und Führungsämter von Regierungspositionen trennen.
Schröder-Köpf unterstützt Anke Rehlinger, die amtierende Ministerpräsidentin des Saarlands, als alleinige SPD-Vorsitzende. Sie sieht Rehlingers Distanz zur Bundespolitik als Vorteil, da sie sich so voll auf die Parteiarbeit konzentrieren könne. Zudem fordert Schröder-Köpf eine stärkere Einbindung der Ministerpräsidenten Manuela Schwesig und Olaf Lies in die SPD-Führung.
Lewentz pflichtet der Meinung bei, dass Parteivorsitz und Ministerämter nicht in Personalunion geführt werden sollten. Er unterstreicht, die SPD müsse durch eine klarere Betonung ihrer zentralen Politikfelder wieder sichtbarer werden.
Erstmals hatte Schröder-Köpf Pistorius im Oktober 2023 als Klingbeils Nachfolger vorgeschlagen. Seither sind die Umfragewerte der SPD von etwa 15–16 Prozent auf 12–16 Prozent im März 2026 gesunken. Aktuelle Erhebungen – darunter INSA (15 Prozent), Forsa (12–15 Prozent) und die Forschungsgruppe Wahlen (15 Prozent) – sehen die Partei auf Platz drei hinter CDU/CSU (26–28 Prozent) und AfD (23–26 Prozent). Auch die wahrgenommene Problemlösungsfähigkeit der SPD ist drastisch auf nur noch 4 Prozent gefallen.
Angesichts der sinkenden Umfragewerte muss die SPD nun über Führung und Strategie entscheiden. Während Schröder-Köpf einen personellen Neuanfang an der Spitze fordert, drängt Lewentz auf ein klareres Parteiprofil. Die nächsten Schritte werden zeigen, ob es der SPD gelingt, in der Bundespolitik wieder an Boden zu gewinnen.






