Schweitzer kämpft um SPD-Macht in Rheinland-Pfalz nach 33 Jahren Regierungszeit
Leopold BeerSchweitzer: SPD soll lenken, nicht nur mitfahren - Schweitzer kämpft um SPD-Macht in Rheinland-Pfalz nach 33 Jahren Regierungszeit
Im Wahlkampf um die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz wird es eng: SPD-Spitzenkandidat Alexander Schweitzer macht deutlich, dass er die Macht im Land halten will. Aktuelle Umfragen sehen die CDU zwar leicht vorn, doch Schweitzer gibt sich siegessicher – gestützt auf die jahrzehntelange Vorherrschaft seiner Partei in der Region. Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Landau erhielt er Rückendeckung von früheren SPD-Ministerpräsidenten, was seinen Anspruch unterstreicht, die nächste Landesregierung anzuführen.
Seit 1991 regiert die SPD in Rheinland-Pfalz ohne Unterbrechung. Prägende Persönlichkeiten wie Rudolf Scharping, Kurt Beck und Malu Dreyer führten das Land, oft in Koalitionen mit den Grünen oder der FDP. Schweitzer, nun Spitzenkandidat seiner Partei, inszeniert sich als Kapitän, der das Schiff auch durch stürmische Zeiten steuert.
Obwohl er eine Große Koalition mit der CDU nicht ausschließt, betont Schweitzer immer wieder, er werde nicht unter einer CDU-geführten Regierung dienen. Stattdessen pocht er darauf, selbst die Regierungsgeschäfte zu führen – notfalls auch im Bündnis mit dem politischen Hauptkonkurrenten. Diese Haltung spiegelt den Willen der SPD wider, ihre 33-jährige Regierungszeit im Land um jeden Preis zu verteidigen.
In Landau standen Schweitzer die früheren Ministerpräsidenten Dreyer, Beck und Scharping zur Seite. Ihre Präsenz signalisierte Einheit und Erfahrung – zentrale Botschaften seines Wahlkampfs. Mit Verweis auf frühere knappe Wahlerfolge argumentiert er, dass enge Rennen für die SPD oft mit einem Sieg enden.
Das Rennen bleibt offen, die CDU liegt in den Umfragen knapp vorn. Schweitzers Weigerung, einer CDU-geführten Regierung beizutreten, setzt klare Rahmenbedingungen für mögliche Sondierungsgespräche nach der Wahl. Nun steht die SPD vor einer entscheidenden Nagelprobe: Werden die Wähler der Partei nach drei Jahrzehnten an der Spitze erneut das Vertrauen schenken?






