Revolution im Schiffbau: Neues Laser-Schweißverfahren spart Zeit und Kosten
Heinz-Peter SödingRevolution im Schiffbau: Neues Laser-Schweißverfahren spart Zeit und Kosten
Forscher des Laser Zentrum Hannover (LZH) entwickeln ein neues Schweißverfahren für dicke Metallplatten im Schiffbau. Das Verfahren setzt mehrere Laserstrahlen ein, um Produktionszeit und -kosten zu senken und gleichzeitig die Qualität zu verbessern. Es ist Teil eines größeren Projekts, das von der deutschen Bundesregierung und führenden Industriepartnern unterstützt wird.
Die Innovation soll den Schiffbau revolutionieren, indem sie das Schweißen schneller, kostengünstiger und zuverlässiger macht.
Bei der neuen Methode werden drei Laserstrahlen in einem einstufigen Schweißprozess kombiniert. Dies ersetzt das herkömmliche Mehrlagenschweißen und reduziert die Anzahl der benötigten Schweißlagen. Dadurch verringern sich Produktionszeit, Zusatzwerkstoffe und Schutzgasverbrauch – was sowohl den Ressourcenbedarf als auch die Herstellungskosten senkt.
Das Verfahren eignet sich für Metallplatten mit einer Dicke von bis zu 30 Millimetern und garantiert dabei hochwertige, rissfreie Schweißnähte. Parallel dazu entwickelt das LZH ein Digital-Twin-System, das den Schweißprozess in Echtzeit überwacht und dokumentiert. Dieses System ermöglicht die lückenlose Nachverfolgung jeder Schweißnaht und minimiert Fehler in der automatisierten Schiffsfertigung.
Das Projekt mit dem Namen DIGIMAR ist eine Zusammenarbeit zwischen dem LZH, der Werft MEYER WERFT GmbH & Co. KG und dem Laserspezialisten Laserline GmbH. Gefördert wird es vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz. Zwar ist noch unklar, wie schnell sich die Digital-Twin-Schweißtechnologie in der Branche durchsetzen wird, doch haben Unternehmen wie Siemens, Aveva, Nvidia und WFL bereits bis März 2026 ähnliche Lösungen in ihre Produktionsprozesse integriert.
Der einstufige Schweißprozess und das Digital-Twin-System sollen die Schiffsproduktion effizienter gestalten. Durch weniger Materialverschwendung, geringeren Energieverbrauch und niedrigere Fehlerquoten könnte die Technologie einen neuen Standard im maritimen Maschinenbau setzen. Mit der zunehmenden Erkundung von Digital-Twin-Anwendungen für die Qualitätssicherung wird eine wachsende Verbreitung in der Industrie erwartet.






