Rekord-Cannabis-Beschlagnahmungen 2024: Warum der Schwarzmarkt trotz Legalisierung wächst
Serpil KranzRekord-Cannabis-Beschlagnahmungen 2024: Warum der Schwarzmarkt trotz Legalisierung wächst
Deutschland beschlagnahmte 2024 Rekordmengen an Cannabis – trotz teilweiser Legalisierung
Trotz der teilweisen Freigabe von Cannabis hat Deutschland im Jahr 2024 eine Rekordmenge der Droge sichergestellt. Polizei und Zoll konfiszierten gemeinsam fast 74 metrische Tonnen, was Sorgen über den wachsenden Schwarzmarkt schürt. Gleichzeitig argumentieren Forscher, dass die Nachfrage nach illegalem Cannabis seit der Gesetzesänderung insgesamt gesunken sein könnte.
Allein die Zollbehörden beschlagnahmten im vergangenen Jahr mehr als 50 metrische Tonnen Cannabis. Durch Polizeieinsätze kamen weitere 24 Tonnen hinzu. Sicherheitsbeamte führen den deutlichen Anstieg auf einen expandierenden Schwarzmarkt seit Inkrafttreten der Teillegalisierung zurück.
Untersuchungen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung deuten darauf hin, dass sich die Schmuggelrouten verschoben haben, was zu mehr Zollkontrollen und Beschlagnahmungen führte. Gleichzeitig sind die Einfuhren von medizinischem Cannabis unter den neuen Regelungen deutlich gestiegen.
Jakob Manthey, Wissenschaftler am Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung, sieht jedoch einen anderen Trend. Seiner Einschätzung nach ist die Nachfrage nach illegalem Cannabis tatsächlich insgesamt zurückgegangen. Auch wissenschaftliche Studien legen nahe, dass der allgemeine Konsum seit der Reform nicht angestiegen ist.
Die Rekordbeschlagnahmungen zeichnen ein komplexes Bild von Angebot und Nachfrage auf dem deutschen Cannabismarkt. Während die Behörden einen wachsenden Schwarzmarkt melden, deuten Forschungsergebnisse darauf hin, dass die Legalisierung den illegalen Konsum verringert haben könnte. Die Diskrepanz zwischen den Strafverfolgungsdaten und den Konsumstudien wirft weiterhin Fragen zur langfristigen Wirkung der neuen Politik auf.






