05 April 2026, 08:11

Rammstein-Coverband in Halle: Drohungen gegen Club eskalieren Kulturkonflikt

Eine Gruppe von Menschen marschiert nachts in Berlin, mit Protestschildern und Bannern, mit Bäumen, Gebäuden und Fahrrädern im Hintergrund.

Rammstein-Coverband in Halle: Drohungen gegen Club eskalieren Kulturkonflikt

Ein geplantes Konzert einer Rammstein-Coverband in Halle hat eine hitzige Kontroverse ausgelöst, nachdem eine lokale Aktivistengruppe eine drohende E-Mail an den Veranstaltungsort geschickt hatte. Die mit extremer Rhetorik gefüllte Nachricht fordert die Absage der Veranstaltung und wirft der Band unangemessenes Verhalten vor. Der Betreiber des Clubs weigert sich jedoch, nachzugeben, und besteht darauf, dass das Konzert wie geplant stattfinden wird.

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Der Konflikt begann, als "Tante Manfred", ein bekannter Nachtclub, die E-Mail von der Antifaschistischen und Feministischen Aktionsallianz Halle/Saale erhielt. Die Forderungen und der aggressive Ton der Gruppe haben inzwischen in der Kulturszene der Stadt breite Empörung ausgelöst.

In der an "Tante Manfred" adressierten Nachricht werden die Auftritte der Rammstein-Coverband als "sexualisierte Machtinszenierungen" und "kalkulierter Tabubruch" bezeichnet. Die Gruppe droht mit nicht näher spezifizierten "weiteren Maßnahmen", falls das Konzert am 2. Mai 2026 nicht abgesagt wird. Die Clubleitung hat die Drohungen jedoch zurückgewiesen und betont, man stehe zur künstlerischen Freiheit.

Matthias Golinski, der Betreiber des Veranstaltungsorts, erklärte daraufhin, das Konzert werde stattfinden, solange sich die Band an die gesetzlichen Vorgaben halte. Eine Nachgabe gegenüber dem Druck der Gruppe schloss er aus. Unterdessen haben die Aktivist:innen bereits Schritte unternommen, um den Club zu isolieren: Sie entfernten ihn aus einer lokalen Telegram-Gruppe, in der "Tante Manfred" bisher seine Veranstaltungen beworben hatte.

Bisher gibt es keine Aufzeichnungen über frühere Proteste der Antifaschistischen und Feministischen Aktionsallianz Halle/Saale gegen ähnliche kulturelle Veranstaltungen in der Region. Ihr plötzliches Eingreifen wirft in der Halleschen Nachtlebensszene Fragen nach den Motiven der Kampagne auf.

Der Streit dreht sich nun darum, ob das Konzert durch Störungen oder rechtliche Schritte behindert wird. "Tante Manfred" bleibt bei seiner Entscheidung, während die Aktivistengruppe noch nicht konkretisiert hat, welche weiteren Maßnahmen sie ergreifen könnte. Der Konflikt verdeutlicht die Spannungen zwischen freier künstlerischer Entfaltung und aktivistischen Forderungen im kulturellen Leben Halles.

Quelle