Raed Saleh attackiert SPD-Führung: "Reformen belasten Geringverdiener unnötig"
Serpil KranzRaed Saleh attackiert SPD-Führung: "Reformen belasten Geringverdiener unnötig"
Raed Saleh, Fraktionsvorsitzender der Berliner SPD, hat sowohl die Bundesregierung als auch die eigene Parteiführung scharf kritisiert. Er warnte, dass die aktuellen Reformpläne die Risiken bergen, Gering- und Mittelverdiener zu belasten, ohne dringende soziale Probleme anzugehen.
Saleh betonte, Sozialdemokraten müssten die soziale Marktwirtschaft gegen diejenigen verteidigen, die Großkonzerne in den Vordergrund stellten. Er bestand darauf, dass keine Reformen umgesetzt werden dürften, ohne sofortige Entlastungen für die Millionen Menschen, die mit steigenden Lebenshaltungskosten kämpfen. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer, so Saleh, würde vor allem Haushalte mit bescheidenen Einkommen unverhältnismäßig hart treffen.
Gleichzeitig forderte er Mut zu einer Umverteilung von oben nach unten und verwies dabei auf die spanische Übergewinnsteuer für Ölkonzerne als Vorbild. Saleh unterstrich die Notwendigkeit, Rentenleistungen zu schützen, und warnte vor versteckten Kürzungen, die die Haushalte weiter unter Druck setzen könnten.
Im Wohnungsbereich drängte er die Bundes-SPD, eine Klausel zu unterstützen, die es den Ländern ermöglicht, regulierend in den Mietmarkt einzugreifen, um Mieter zu entlasten. Seine Äußerungen fielen in eine Phase, in der er die Sozialdemokratie als in der Krise befindlich beschrieb – mit Verweis auf die spanischen Sozialdemokraten, die zeigten, wie progressive Politik umgesetzt werden könne.
Salehs Kritik setzt die SPD-Führung unter Zugzwang, ihren Kurs zu überdenken. Er erwartet konkrete Reformen, die die Belastung für Werktätige verringern, statt Maßnahmen, die die Ungleichheit verschärfen. Die Debatte über wirtschaftliche Gerechtigkeit und sozialen Schutz wird in den kommenden Wochen voraussichtlich an Schärfe gewinnen.






