21 March 2026, 10:12

Pharmazeutische Dienstleistungen in Deutschland: Warum Millionen ungenutzt bleiben

Apothekeneingang mit einem "Apotheke"-Schild auf der linken Seite, einer Tafel mit Text auf der rechten Seite, beleuchteten Lampen auf dem Dach und Hintergrundobjekten.

Pharmazeutische Dienstleistungen in Deutschland: Warum Millionen ungenutzt bleiben

Deutschlands vergütete pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) stecken in finanziellen und operativen Schwierigkeiten. Trotz einer Bereitstellung von 537 Millionen Euro für diese Leistungen bleibt ein Großteil der Mittel ungenutzt – die Nachfrage hält sich in Grenzen. Apotheken berichten, dass viele Angebote, etwa Risikobewertungen bei Bluthochdruck, häufig keine Gewinne abwerfen.

Die Freie Apothekerschaft (FA) bestätigt zwar, dass Apotheken über das nötige Fachwissen verfügen, um pDL-Leistungen anzubieten. Doch die aktuelle Vergütung deckt oft nicht einmal die Kosten. So sind Bluthochdruck-Checks, für die pro Durchführung 11,20 Euro gezahlt werden, nur für etwa ein Drittel der Apotheken rentabel. Mehr als die Hälfte der Anbieter schreibt bei diesem Service rote Zahlen.

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Der Deutsche Apothekerverband (DAV) fordert nun eine Anpassung der Vergütung auf nachhaltige Sätze. Ohne diese Korrektur könnte die flächendeckende Verfügbarkeit der Leistungen gefährdet sein. Die FA warnt zudem davor, ungenutzte pDL-Mittel in allgemeine Apothekenzahlungen umzuleiten – dies würde die langfristige Tragfähigkeit des Programms untergraben.

Neben finanziellen Problemen kämpfen Apotheken mit weiteren Hürden: Personalmangel, hoher Verwaltungsaufwand, räumliche Engpässe und Spannungen mit anderen Gesundheitsberufen erschweren die Umsetzung. Diese Herausforderungen bremsen die Verbreitung der pDL-Angebote im ganzen Land aus.

Die Politik steht nun unter Druck, die wirtschaftlichen und strukturellen Probleme des Programms zu lösen. Ohne Gegenmaßnahmen bleibt die Zukunft der pDL-Dienstleistungen in Deutschland ungewiss.

Der Erfolg des pDL-Programms hängt davon ab, finanzielle und logistische Hindernisse zu überwinden. Mit 537 Millionen Euro ungenutzten Mitteln könnten Anpassungen bei der Vergütung und operativer Unterstützung entscheiden, ob sich diese Leistungen als fester Bestandteil der Apothekenversorgung etablieren. Apotheken und Verbände warten auf konkrete Schritte der Entscheidungsträger.

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