13 April 2026, 02:11

Ostdeutsche Chemieindustrie kämpft ums Überleben – doch Leuna gibt Hoffnung

Liniendiagramm, das die Trends bei der US-Öl/Petroleumproduktion, -importen und -exporten über die Zeit zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Ostdeutsche Chemieindustrie kämpft ums Überleben – doch Leuna gibt Hoffnung

Die chemische Industrie in Ostdeutschland steht vor dem dritten Krisenjahr in Folge. Hohe Kosten, schwache Nachfrage und globale Spannungen bringen Unternehmen an den Rand des Ruins – doch ein möglicher Rettungsdeal für Domo in Leuna gibt der angeschlagenen Branche einen seltenen Hoffnungsschimmer.

2025 erzielte die chemische und pharmazeutische Industrie in Ostdeutschland einen Umsatz von rund 28,5 Milliarden Euro. Das entsprach einem bescheidenen Anstieg von 0,5 Prozent, der allein auf die Pharmasparte zurückging. Die traditionelle chemische Produktion schrumpfte hingegen um etwa drei Prozent, wobei die Fabriken im Schnitt nur zu 72 Prozent ausgelastet waren.

Die Energiekosten und die Preise für Rohstoffe bleiben hartnäckig hoch, während regulatorischer Druck und harter internationaler Wettbewerb die Gewinne weiter belasten. Geopolitische Risiken, darunter der anhaltende Nahostkonflikt, verschärfen die Lage zusätzlich. In der Folge breiten sich Stellenstreichungen in der Branche aus, die derzeit etwa 63.000 Menschen beschäftigt.

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Mitten in der Krise zeichnet sich nun ein Rettungsplan für die beiden insolventen Domo-Tochterunternehmen in Leuna ab. Der Standortbetreiber InfraLeuna und Leuna-Harze sollen die gemeinsame Kontrolle übernehmen. Branchenbeobachter werten diesen Schritt als ein wichtiges positives Signal für den Chemiestandort in der Region.

Doch Optimismus bleibt rar. Umfragen zeigen, dass nur etwa zehn Prozent der Unternehmen mit einer baldigen Besserung der Lage rechnen. Die kommenden Monate werden entscheiden, ob sich die Branche stabilisieren kann oder weiter in den Abwärtstrend gerät.

Die geplante Übernahme der Domo-Tochtergesellschaften könnte dem Chemiestandort Leuna dringend benötigte Entlastung verschaffen. Doch da sich die meisten Unternehmen auf weitere Härten einstellen, hängt die Erholung der Branche noch in der Schwebe. Die in den nächsten Monaten getroffenen Entscheidungen werden die Zukunft der ostdeutschen Chemieindustrie – und die Zehntausender Arbeitsplätze – prägen.

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