30 March 2026, 14:16

Nitrendipin-Mangel zwingt Blutdruckpatienten zu riskanten Medikamentenwechseln bis 2026

Plakat mit Text, der besagt, dass Big Pharma 2022 Amerikanern zwei bis drei Mal so viel für dieselben Arzneimittel berechnet hat wie in anderen Ländern, zusammen mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze.

Nitrendipin-Mangel zwingt Blutdruckpatienten zu riskanten Medikamentenwechseln bis 2026

Ein flächendeckender Engpass beim Blutdruckmittel Nitrendipin zwingt Patienten und Ärzte zur Suche nach Alternativen. Der Wirkstoff, ein Kalziumantagonist, ist seit dem letzten Sommer nur noch eingeschränkt verfügbar. Einige Hersteller rechnen nun mit Lieferverzögerungen bis ins Jahr 2026 – eine besorgniserregende Entwicklung für die Behandlung von Bluthochdruck.

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Nitrendipin wirkt, indem es den Kalziumeinstrom in die glatten Muskelzellen der Blutgefäße blockiert. Dadurch bleiben die Arterien entspannt, was zur Senkung des Blutdrucks beiträgt. Doch Produktionsprobleme und Störungen in der Lieferkette haben die Verfügbarkeit des Medikaments in ganz Deutschland beeinträchtigt.

Betroffen sind sowohl die 10-Milligramm- als auch die 20-Milligramm-Dosierungen. Aristo Pharma hatte bereits im vergangenen Jahr einen Mangel an den 20-mg-Tabletten gemeldet und zunächst eine Lösung bis Ende 2023 in Aussicht gestellt. Nun warnt das Unternehmen, dass die Knappheit voraussichtlich bis mindestens zum 1. März 2026 anhalten könnte. Andere Hersteller wie Ratiopharm und Aliud Pharma planen, die Lieferung der 20-mg-Variante bis Ende März wiederaufzunehmen, während AbZ mit einer Rückkehr zur regulären Auslieferung erst Ende Mai rechnet. Die 10-mg-Version könnte früher verfügbar sein: Einige Anbieter peilen Ende März oder Mitte April an.

Kalziumantagonisten wie Nitrendipin lassen sich in drei Hauptgruppen einteilen: Nifedipin-Typ, Verapamil-Typ und Diltiazem-Typ. Doch nicht alle Patienten vertragen diese Alternativen. Ärzte dürfen sie etwa nicht bei Herzinsuffizienz oder nach einem kürzlichen Herzinfarkt verschreiben. Angesichts des Nitrendipin-Mangels werden Ersatzpräparate wie Nitrendipin-ratiopharm 10 mg diskutiert, doch bisher wurde keine offizielle Priorisierung eines bestimmten Ersatzmittels vorgenommen.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat Nitrendipin auf seiner Liste der gemeldeten Arzneimittelengpässe geführt. Das Problem spiegelt eine größere Krise wider: Immer wieder kommt es bei älteren, generischen Medikamenten verschiedener Wirkstoffklassen zu Versorgungsengpässen.

Patienten, die auf Nitrendipin angewiesen sind, müssen möglicherweise vorübergehend auf andere Therapien umsteigen, bis sich die Lage stabilisiert. Die Hersteller nennen unterschiedliche Zeitpläne für die Wiederverfügbarkeit – bei manchen könnte sich die Wartezeit bis weit ins nächste Jahr ziehen. Ärzte raten zur Vorsicht bei der Auswahl von Alternativen, insbesondere bei Patienten mit bestimmten Herzleiden.

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