Niedersachsen 2025: Weniger Straftaten, aber mehr Messerangriffe trotz neuer Verbote
Leopold BeerWeniger Straftaten, aber mehr Messerangriffe - Niedersachsen 2025: Weniger Straftaten, aber mehr Messerangriffe trotz neuer Verbote
Niedersachsen verzeichnet 2025 gemischte Kriminalstatistik: Weniger Straftaten insgesamt, aber mehr Messerangriffe
In Niedersachsen zeigt sich für das Jahr 2025 ein uneinheitliches Bild bei der Kriminalstatistik. Zwar gingen die Gesamtstraftaten zum zweiten Mal in Folge zurück, doch die Zahl der Messerangriffe stieg um 130 Fälle an. Die Behörden reagieren nun mit verschärften Maßnahmen, um die öffentliche Sicherheit zu verbessern.
Insgesamt registrierte das Land 506.634 Straftaten – ein rückläufiger Trend hält damit an. Ein wesentlicher Grund dafür war die Legalisierung von Cannabis, durch die 5.572 entsprechende Delikte wegfielen. Innenministerin Daniela Behrens warnte jedoch, dass die Nachfrage das legale Angebot weiterhin übersteige und der Rückgang daher trügerisch sei.
Die Messerangriffe nahmen deutlich zu: Mit 3.185 Vorfällen gab es 130 mehr als im Vorjahr. Die meisten Fälle (1.739) betrafen Bedrohungen, während schwere Verletzungen durch Messer um 112 auf 766 zurückgingen. Von den Tatverdächtigen waren 87 männlich.
Als Reaktion verhängt das Ministerium ein generelles Waffenverbot in allen öffentlichen Verkehrsmitteln, einschließlich Bussen, Zügen, Fähren und Bahnhofsbereichen. Fünf Städte – Hannover, Braunschweig, Göttingen, Osnabrück und Wolfsburg – haben bereits waffenfreie Zonen eingeführt. Behrens betonte, dass diese Schritte Niedersachsen an die Spitze der bundesweiten Sicherheitsrankings bringen sollen.
Das neue Waffenverbot gilt für alle Verkehrsmittel und -knotenpunkte. Die Behörden erhoffen sich dadurch eine Reduzierung der messerbezogenen Gewalt, auch wenn die Kriminalitätsrate insgesamt sinkt. Der Ansatz des Landes kombiniert strengere Kontrollen mit einer fortlaufenden Beobachtung der Auswirkungen der Drogenpolitik.