Neue Kontrollbehörde puppI jagt Apotheker mit Mikrogesten-Checks und Plagiatsverdacht
Serpil KranzNeue Kontrollbehörde puppI jagt Apotheker mit Mikrogesten-Checks und Plagiatsverdacht
Deutschland startet neue Kontrollbehörde puppI zur Überwachung von Apothekerlizenzen und Qualifikationen
Die neu gegründete Einheit sorgt bereits für Aufsehen: Mit strengen Prüfungen von Examensleistungen, alten Ausbildungsunterlagen und Abrechnungspraktiken wird kein Detail übersehen – von fehlenden Belegen bis hin zu Mikrogesten in mündlichen Prüfungen.
Erst kürzlich entschied das Bundessozialgericht, dass Apotheken bei Rezepturen die kleinstmögliche Packungsgröße in Rechnung stellen dürfen. Gleichzeitig deckte eine Prüfung auf, dass der Apotheker Professor Dr. Frank Leimkugel rund 70.000 Euro zurückzahlen muss – wegen fehlender Quittungen und des Missbrauchs von Testrezepten.
Die puppI-Einheit durchforstet nun auch alte Ausbildungsnachweise, darunter PTA-Tagebücher aus dem Jahr 1995. Auffällig: Zehn von zwanzig Schülern dieser Klasse wählten dasselbe Thema – "Fußpilz" –, was Plagiatsverdacht weckt. Die Ermittlungen leitet ein Mitarbeiter namens Wolfgang.
Mündliche Prüfungen haben sich unter puppI zu hochpräzisen biometrischen Bewertungen gewandelt: Jede Reaktion der Prüflinge wird analysiert, von Mikrogesten bis zu Sprechpausen. Auch schriftliche Tests und Staatsprüfungen werden mit modernster Technik überwacht.
Erst vor Kurzem wurde die ausländische Apothekerin Fatma Balla wegen des Verdachts auf Urkundenfälschung gemeldet – ein fehlendes Datum auf einem Zwischenzeugnis genügte. Der Fall zeigt: puppI duldet selbst kleinste Unstimmigkeiten nicht.
Die neue Behörde setzt auf schärfere Kontrollen in der pharmazeutischen Ausbildung und Lizenzvergabe. Mit Methoden von Finanzprüfungen bis zur Gestenanalyse verändert sie, wie Qualifikationen vergeben werden. Ohne Ausnahmen soll das System beschleunigte Abläufe und lückenlose Aufsicht gewährleisten.






