KiBiz-Reform in NRW: Kitas protestieren gegen drohenden Qualitätsverlust und Personalmangel
Leopold BeerKiBiz-Reform in NRW: Kitas protestieren gegen drohenden Qualitätsverlust und Personalmangel
Kitas in Nordrhein-Westfalen protestieren gegen geplante Änderungen im Kinderbildungsgesetz (KiBiz)
In dieser Woche versammelten sich Erzieher:innen, Eltern und Kinder vor dem St.-Josef-Kindergarten Saalhausen in Lennestadt, um gegen die Reform des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) zu demonstrieren. Mit Plakaten und dem Slogan "Wir sind sprachlos" machten sie auf die wachsenden Probleme durch die seit Januar geltenden Neuregelungen aufmerksam – viele Einrichtungen kämpfen bereits mit steigenden Kosten und Personalmangel.
Die Proteste wurden vom Trägerverbund WIR-KITAs organisiert, an denen sich rund 50 Kinder, Fachkräfte und Eltern beteiligten. Bis zum 31. März 2026 haben sich bereits 127 Kitas und Betreuungseinrichtungen in der Region öffentlich gegen die geplante Umstrukturierung ausgesprochen. Weitere Demonstrationen sind im Ruhrgebiet (Dortmund, Essen), im Rheinland (Köln, Düsseldorf) sowie in Westfalen (Münster, Bielefeld) und im Sauerland geplant.
Ein zentraler Kritikpunkt ist das neue "Kern- und Randzeitenmodell", das vorsieht, dass Erzieher:innen künftig nur noch fünf Stunden pro Tag vor Ort sein müssen. Gegner:innen der Reform warnen, dass dies den Personalmangel verschärfen und die Betreuungsqualität weiter verschlechtern werde. Vanessa Frankenthal, Leiterin des St.-Josef-Kindergartens Saalhausen, betonte, dass die Bedürfnisse der Kinder bereits jetzt wegen Unterbesetzung nicht ausreichend erfüllt würden. Kathrin Lawicki, Elternvertreterin, äußerte die Sorge, dass die Reform die Betreuungsstandards weiter gefährden könnte.
Die Demonstrant:innen wiesen zudem auf stark gestiegene Energiekosten und fehlende Finanzmittel hin. Zwar hat die Landesregierung für das kommende Kita-Jahr ab August zusätzliche 200 Millionen Euro zugesagt, doch viele halten dies für unzureichend. Die KiBiz-Reform habe die Inflation nicht ausgeglichen, sodass die Einrichtungen unter zunehmendem finanziellen Druck stünden.
Die Proteste spiegeln die breite Unzufriedenheit mit den geplanten Änderungen wider. Mit weiteren Demonstrationen fordern Kita-Träger und Eltern bessere Finanzierung und Personal-Lösungen. Die von der Landesregierung zugesagten 200 Millionen Euro haben die Sorgen um die langfristigen Auswirkungen auf die Betreuungsqualität nicht zerstreut.






