Jungheinrich schließt Lüneburger Staplerwerk nach 30 Jahren trotz Profitabilität
Serpil KranzJungheinrich schließt Produktion in Lüneburg - Jungheinrich schließt Lüneburger Staplerwerk nach 30 Jahren trotz Profitabilität
Jungheinrich schließt i Werk in Lüneburg bis Ende März 2027 – nach über 30 Jahren Produktion
Der Intralogistik-Spezialist Jungheinrich wird sein i Werk in Lüneburg bis Ende März 2027 schließen und beendet damit eine mehr als drei Jahrzehnte währende Produktionsgeschichte. Von der Entscheidung betroffen sind 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Beschluss fällt nach einem monatelangen Arbeitskampf, der über 80 Tage dauerte. Die Gewerkschaft IG Metall kritisiert den Schritt als Fehlentscheidung – obwohl der Standort nach wie vor profitabel arbeitet.
Das Lüneburger i ist seit 1989 in Betrieb und hat sich auf Sonderanfertigungen und Kleinserien von Gabelstaplern spezialisiert, darunter Nischenmodelle wie Portalhubwagen für enge Lagergassen oder Schwerlastbereiche. Die Schließung ist Teil einer umfassenden Kostensenkungsstrategie, die Jungheinrich bereits im vergangenen Sommer ankündigte. Weltweit sollen dabei rund 1.000 Arbeitsplätze abgebaut werden.
Zwischen Unternehmen und IG Metall wurde nun eine Einigung erzielt. Die Vereinbarung umfasst einen Interessenausgleich, einen Sozialplan sowie einen neuen Tarifvertrag. Die Beschäftigten erhalten Abfindungen und werden über eine Transfergesellschaft bei der Vermittlung in neue Jobs unterstützt. Die IG Metall schätzt das Gesamtvolumen des Pakets auf einen zweistelligen Millionenbetrag.
Trotz der i-Schließung bleibt Jungheinrich wirtschaftlich stabil: 2024 verbuchte das Unternehmen einen Gewinn von 289 Millionen Euro bei einem Umsatz von rund 5,4 Milliarden Euro. Die Unternehmensführung betont jedoch, dass die Restrukturierung für langfristige Effizienz notwendig sei.
Die Produktion in Lüneburg wird Anfang 2027 eingestellt – das Ende eines i, das für maßgeschneiderte Staplerlösungen bekannt war. Die getroffene Vereinbarung sichert den 160 betroffenen Beschäftigten finanzielle Unterstützung und Hilfe bei der beruflichen Neuorientierung. Der Schritt steht im Einklang mit Jungheinrichs übergreifendem Plan, die Strukturen zu verschlanken und die Kosten zu senken.
Verhandlungen Enden Rasch, Arbeiter Kehren Montag Zurück
Jungheinrich und seine Lüneburger Arbeiter haben nach nur vier Tagen intensiver Verhandlungen eine finale Vereinbarung getroffen. Das am Montag bekannt gegebene Abkommen enthält einen mehrstelligen Millionen-Euro-Sozialpaket und Unterstützung bei Arbeitsplatzübergängen. Wichtige Details:
- Die Verhandlungen begannen letzte Woche und endeten schnell, was eines der längsten Streiks in Niedersachsen in Jahrzehnten beendete.
- Die Mitarbeiter kehrten am Montag zur Arbeit zurück, was die Beilegung des 80-tägigen Arbeitskampfes bestätigte.






