29 March 2026, 06:14

Gesundheitsexperten fordern höhere Steuern auf Tabak, Alkohol und Zucker – doch was bringt das wirklich?

Plakat mit der Aufschrift "$160 Milliarden die Menge, die Steuerzahler seit der Verhandlung niedrigerer Arzneimittelpreise durch Medicare sparen werden" mit einem Logo.

Gesundheitsexperten fordern höhere Steuern auf Tabak, Alkohol und Zucker – doch was bringt das wirklich?

Gesundheitsexperten in Deutschland setzen sich für höhere Steuern auf Tabak, Alkohol und zuckerhaltige Getränke ein. Das Vorhaben soll das gesetzliche Krankenversicherungssystem stabilisieren und gleichzeitig gesündere Lebensgewohnheiten fördern. Zwei führende Vertreter haben dargelegt, wie die zusätzlichen Einnahmen die finanzielle Belastung für Patienten und Versicherungen gleichermaßen verringern könnten.

Andreas Gassen, Vorsitzender des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (KBV), schlug vor, den Preis für eine Schachtel Zigaretten oder eine Flasche Wein um etwa zwei Euro zu erhöhen. Er argumentierte, dass solche Preisanpassungen nicht nur die Staatseinnahmen steigern, sondern auch den schädlichen Konsum eindämmen würden. Derzeit kostet eine Packung Zigaretten in Deutschland im Schnitt weniger als zehn Euro – deutlich weniger als in Großbritannien, wo die Preise generell höher liegen.

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Gassen sprach sich zudem für eine stärkere Besteuerung zuckerhaltiger Getränke aus und betonte, dass die Maßnahmen sowohl fiskalische als auch präventive Ziele verfolgen. Seine Vorschläge waren Teil der KBV-Stellungnahme an die Kommission zur Finanzierung der GKV, in der die Notwendigkeit zusätzlicher Einnahmequellen hervorgehoben wurde.

Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen (vdek), unterstützte die Forderung nach höheren Tabaksteuern. Sie verwies darauf, dass teurere Zigaretten Raucher dazu bewegen könnten, ihren Konsum zu reduzieren oder ganz aufzuhören. Elsner schlug zudem vor, die Mehreinnahmen zu nutzen, um die Mehrwertsteuer auf Arzneimittel und medizinische Hilfsmittel von 19 auf 7 Prozent zu senken – eine Maßnahme, die ihrer Schätzung nach der GKV jährlich rund sieben Milliarden Euro sparen würde.

Obwohl Gassen höhere "Sündensteuern" befürwortet, kritisierte er den SPD-Vorschlag einer Gesundheitsabgabe auf Miet- und Kapitaleinkünfte. Stattdessen sieht die KBV größeres Potenzial darin, die Kosten für nicht versicherungsrelevante Leistungen auf die allgemeine Steuerfinanzierung zu verlagern.

Sollten die Pläne umgesetzt werden, würden Tabak, Alkohol und zuckerhaltige Getränke in Deutschland teurer werden. Die Steuererhöhungen könnten die finanzielle Belastung des Gesundheitssystems verringern und die Ausgaben für Patienten senken. Nun liegt es an den politischen Entscheidungsträgern, ob sie die Maßnahmen aufgreifen.

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