Gastronomie im Freien: Warum viele Städte auf Terrassengebühren verzichten
Winfried JunkGastronomie im Freien: Warum viele Städte auf Terrassengebühren verzichten
Gastronomie im Freien könnte für viele Restaurants günstiger werden – wenn mehr Städte einem wachsenden Trend folgen. Der Bund der Steuerzahler drängt Kommunen dazu, Gebühren für Außengastronomie abzuschaffen. Die Begründung: Ein solcher Schritt würde die Innenstädte beleben. Wie eine aktuelle Umfrage der Vereinigung zeigt, verzichtet bereits jede fünfte Stadt auf Abgaben für Tischflächen auf Gehwegen.
Die durchschnittlichen Kosten für eine 25 Quadratmeter große Freifläche, die von Mai bis September genutzt wird, liegen bei 328 Euro. Doch die Gebühren unterscheiden sich von Stadt zu Stadt stark. Besonders teuer ist es für Gastronomen in Wernigerode, wo 1.163 Euro fällig werden – der höchste Wert im Land. In Schönebeck zahlen Betreiber dagegen nur 52 Euro, den niedrigsten Satz bundesweit. Auch Wittenberg (750 Euro) und Halle (700 Euro) gehören zu den teuersten Standorten.
Fünf Städte – Merseburg, Sangerhausen, Köthen, Salzwedel und Eisleben – haben die Terrassengebühren bereits komplett gestrichen. Der Bund der Steuerzahler betont, dass ein Verzicht nicht nur gastgewerbliche Betriebe entlasten, sondern auch den Verwaltungsaufwand für die Kommunen verringern würde. Die Analyse der Vereinigung zeigt, dass die Einnahmen aus diesen Gebühren in den meisten Fällen weniger als 0,05 Prozent des gesamten Haushalts ausmachen.
Die Steuerzahlervertreter argumentieren, dass der Wegfall der Abgaben mehr Restaurants dazu bewegen würde, Außenbereiche anzubieten – und so für mehr Besucherverkehr in den Innenstädten sorgen könnte. Sie fordern andere Kommunen auf, dem Beispiel der Vorreiterstädte zu folgen. Da die finanziellen Auswirkungen auf die Haushalte minimal wären, könnte die Abschaffung der Gebühren eine einfache Möglichkeit sein, die Gastronomie zu unterstützen – bei gleichzeitig weniger Bürokratie und lebendigeren Stadtzentren. Bisher hat bereits ein Fünftel der befragten Städte diesen Schritt vollzogen.






