Ex-Staatssekretär Graichen zerpflückt deutsche Energiepolitik als klimaschädlich
Winfried JunkHabecks Staatssekretär Graichen kritisiert die Energiepolitik der Bundesregierung - Ex-Staatssekretär Graichen zerpflückt deutsche Energiepolitik als klimaschädlich
Patrick Graichen, ehemaliger Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, hat die jüngste Energiepolitik der Bundesregierung scharf kritisiert. Seine Äußerungen folgen auf seinen vorläufigen Rückzug im Mai 2023 nach Konflikten um das deutsche Heizungsgesetz und einen Interessenkonflikt-Skandal. Graichen warnt nun, dass die aktuellen Entscheidungen die Klimakrise verschärfen statt sie zu lösen könnten.
Laut Graichen ignoriert die Regierung geopolitische Realitäten, indem sie weiterhin auf Öl und Gas setzt. Er vermutet, dass der Politikwechsel von wirtschaftlichen Interessen der fossilen Brennstoffe, rechtspopulistischem Einfluss und Widerstand gegen Veränderungen vorangetrieben wird. Statt schrittweiser Maßnahmen plädiert er für aktives Eingreifen – etwa durch Steuerreformen –, um nachhaltige Alternativen bezahlbarer zu machen.
Als Vorbild verweist Graichen auf die skandinavische Strategie der vergangenen fünf Jahre: Norwegen hat durch Steuererleichterungen und Ladeinfrastruktur nahezu 100 Prozent der Neuzulassungen auf Elektroautos umgestellt. Schweden fördert Wärmepumpen mit Zuschüssen von bis zu 50 Prozent der Installationskosten, was zu einem Anstieg der Nutzung um 40 Prozent führte. Dänemark beschleunigte seine grüne Wende mit Steuerbefreiungen für E-Autos und Anreizen für Wärmepumpen. Diese Maßnahmen beweisen seiner Ansicht nach, dass Nachhaltigkeit wirksam und kostengünstig sein kann.
Graichen zeigt sich skeptisch, ob der aktuelle deutsche Kurs langfristig tragfähig ist. Er prognostiziert, dass die Klimakrise anhalten und sich die jüngsten politischen Rückschritte als unhaltbar erweisen werden.
Die Kritik des früheren Beamten unterstreicht die Spaltung in der deutschen Energiestrategie. Während die Regierung an ihrem Kurs festhält, besteht Graichen auf mutigere Reformen – ähnlich denen Skandinaviens –, um Emissionen zu senken und Kosten zu reduzieren. Seine Warnungen kommen zu einer Zeit, in der das Land weiterhin über Heizungsgesetze, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und Klimaziele diskutiert.






