EU plant strengere Altersprüfungen für soziale Medien – was das für Jugendliche bedeutet
Heinz-Peter SödingEU plant strengere Altersprüfungen für soziale Medien – was das für Jugendliche bedeutet
Europäische Regierungen drängen auf strengere Kontrollen für den Zugang von Minderjährigen zu sozialen Medien
Die Vorschläge zielen darauf ab, Jugendliche unter 16 Jahren vor süchtig machenden Algorithmen und KI-gesteuerten Empfehlungen zu schützen. Ein zentraler Bestandteil des Plans ist die verpflichtende Altersüberprüfung auf allen Plattformen, die in der EU tätig sind.
Die Forderungen nach Änderungen begannen mit Warnungen von Regierungsspitzen. Olaf Lies, Ministerpräsident von Niedersachsen, wies darauf hin, dass Minderjährige derzeit kaum Schutz vor suchtfördernden Funktionen in sozialen Medien hätten. Seine Landesregierung setzt sich nun für ein vollständiges Nutzungsverbot für Kinder unter 14 Jahren ein – eine Position, die in den deutschen Parteien CDU und SPD zunehmend Unterstützung findet, während die CSU weiterhin ablehnt.
Auf EU-Ebene schlug die Ministerin für Europaangelegenheiten, Melanie Walter, vor, den EU-Digitalen Identitätsnachweis (EUDI-Wallet) für Altersprüfungen zu nutzen. Das System würde Plattformen zwingen, das Alter der Nutzer zu verifizieren, dabei aber Datenschutzbestimmungen einzuhalten. Da viele große Social-Media-Unternehmen in Irland ansässig sind, drängt Deutschland auf eine EU-weite Durchsetzung statt auf rein nationale Maßnahmen.
Die Unterstützung für den Plan wächst. Im Oktober 2025 sprachen sich die EU-Staats- und Regierungschefs für die Einschränkungen aus, und das Europäische Parlament zeigte eine deutliche Mehrheit dafür. Frankreich hat bereits einen eigenen Gesetzesentwurf vorgelegt, der eine erste parlamentarische Hürde genommen hat. Als Referenz dient das bestehende Vollverbotsmodell Australiens, das bisher jedoch von keiner Plattform umgesetzt wurde. Der EU-Digitale-Dienste-Gesetz (DSA) verlangt bereits eine Risikominderung für Minderjährige, doch nun werden strengere Schutzmaßnahmen gefordert.
Falls die Maßnahmen verabschiedet werden, müssten alle Social-Media-Anbieter altersgerechten Zugang durchsetzen. Plattformen wären verpflichtet, süchtig machende Algorithmen für jüngere Nutzer abzuschaffen und zuverlässige Altersverifikationen einzuführen. Die Initiative spiegelt die wachsende Sorge um die psychische Gesundheit und digitale Sicherheit von Jugendlichen in ganz Europa wider.






